Dienstag, 29. September 2015

Chronologie - Albin Schönherr - chronology

Chronologie - Albin Schönherr - chronology


In meiner chronologischen Aufstellung erhält man auch einen Eindruck über 30 Jahre Architekturgeschichte von Einfamilienhäusern.

The chronological order of these examples is also a short history of 30 years architectural design of family homes.


www.puppenhausmuseum.de   -  fotografiert von mir

Vorkrieg - Pre-war


www.puppenhausmuseum.de
Vorkrieg - Pre-war

 Mit freundlicher Erlaubnis des ebay-Verkäufers
Vorkrieg - Pre-war
  
>>>Vorkrieg - Pre-war





 
Vorkrieg - Pre-war
"Traumwelten der Fünfziger Jahre"

1952 


1951 "Haus Sonnhild" Albin Schönherr

 Der Name und das Aussehen des Puppenhauses, genauso wie die Puppenmöbel, erinnern eher an die Vorkriegszeit. Es sind Fotos aus einem Katalog von 1951 des Landes Sachsen, das Abnehmer für seine Erzeugnisse im Ausland suchte.
 1951 Saxony exports toys
Still showing pre-war design this dolls house was shown in a catalogue of the East-German federal state Saxony (GDR) advertising toys produced in their state.
A list of firms producing dolls houses and furniture at that time is at the end of the catalogue.

 
1952

 www.puppenhausmuseum.de
>>>Haus Helga
ca. 1954
Wer dem Link zur Originalseite folgt, sieht noch zwei weitere Versionen dieses Hauses:
Haus Karin und Haus Gerda






Ein Haus und viele Namen: Gisela, Maria, Karin, Erika

 
>>>Puppenstube


 
>>> um 1957


 
 www.puppenhausmuseum.de
>>>Einzimmer-Puppenstube mit grünem Boden



Sammlung Gronau/Sauerland

Puppenhaus mit zwei halbrunden Dachterrassen


 www.puppenhausmuseum.de
>>>zweistöckiges Puppenhaus mit Blumenfenster


 www.puppenhausmuseum.de
>>>Puppenhaus mit gewölbtem Fenster
1958


 www.puppenhausmuseum.de
>>>Puppenhaus mit großer Gartenterrasse rechts



Puppenhaus mit Wintergarten-Treppenhaus
1959

 www.puppenhausmuseum.de
>>>Puppenhaus mit Kamin auf der Terrasse


"Traumwelten der Fünfziger Jahre"


Puppenstube mit Anbau-Bad

 




Puppenhaus mit Eckblumenfenster
1962
 


1962

Ein sehr ungewöhnliches Puppenhaus wegen des Schmetterlingsdaches, eine Dachform, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts öfter zu finden ist.
Die ostdeutsche Firma Albin Schönherr konnte nicht direkt mit Westdeutschland handeln, deshalb hatte sie einen Vertreter in Nürnberg, Heinrich Bauer.


Zwei Säulen tragen das Dach auf der Terrassenseite.
Two pillars support the roof on this side.
Sammlung Borbeck



Pergolabespannung - Lining of the pergola


  
The butterfly roof.
Interessante Dachkonstruktion. Die Bepflanzung ist aufgemalt.
The east-german firm of Albin Schönherr could not directly sell its products to West-Germany. At this time they had a representative in Nuremberg, Heinrich Bauer.
A very unusual dolls house because of its roof. The butterfly form was new in architecture in the midfifties of the last century.


 
 



Puppenhaus mit Blumenfenster über zwei Etagen
"Träume werden wahr - Puppenhäuser der Nachkriegszeit"
Eine Ausstellung im
Stadtmuseum im Gelben Haus Esslingen
2012/2013
>>>Puppenhaus mit auf Pergola gestützter Markise



 Sammlung Borbeck
Puppenhaus mit Eckfenster über zwei Etagen


 1964

 Sammlung Borbeck
 >>>Puppenhaus mit Flachdach und asymmetrischen Blumenfenster.
Es gab auch eine Version ohne Teich.


Traumwelten der Fünfziger Jahre



Sammlung Borbeck




Inge Michno


1970er

Virtuelles Depot des Spielzeugmuseums Nürnberg

Viele Sammler gaben mir die Erlaubnis, ihre Häuser zu fotografieren oder ihre Fotos zu zeigen und so entstand ein weiteres chronologisches Album von Albin Schönherr Puppenhäusern
>>> hier auf flickr

Many collectors gave permission to show their photos or let me take photos
and so another chronological album of Albin Schönherr dolls houses evolved
>>> here on flickr


 Update eines Beitrags von November 2013

Montag, 14. September 2015

Hanse - LISA - Lundby - brio


Im Laufe der Jahre habe ich eine kleine Sammlung von Lundby/LISA/Barton Puppenmöbeln zusammenbekommen, die ich in einem Hanse-Puppenhaus mit einer Lundby-Zusatzetage ausstelle. Es ist ein Durcheinander von Herstellern und Perioden, das ich sonst nicht mag - hier gefällts mir.

I have a small collection of Lundby/LISA/Barton furniture which I display in a Hanse dolls house and a Lundby extension. It is a mash-up just to my liking although I generally prefer to unite only one style and period in a dolls house.

Die Rückseite ist auch bedruckt.
The nicely designed back of the Hanse house with the hole under the stairs for the transformer.

Sehr entgegenkommend vom Hersteller, dieses Logo, denn es gibt mindestens zwei Häuser, die genau gleich aussehen:
Very considerate of the producer to sign the house because there are a few more dolls houses of that period which look exactly the same:


Eines ist von Brio und das andere von LISA. Das Geheimnis wird auf diesen zwei Webseiten etwas gelüftet, wenn auch nicht vollständig:
"Frequently misidentified houses" - "Häuser, die oft falsch bezeichnet werden"

A dolls house of Brio and another one of LISA come with the same design. 
The mystery is not solved but a little bit explained on the following websites:
Translated information on Hanse and LISA: ENGLISH


Das Hanse Puppenhaus ist dunkel, die Holztöne überwiegen: braune Türen, dunkle Wände und Tapeten. Ich habe diese Wirkung durch die verwendeten dunklen Holzmöbel noch unterstrichen. Im Wohnzimmer also die Teakschränke von Lundby aus den 60ern - die Polstergarnitur passt farblich perfekt, habe ich aber in den alten Katalogen nirgendwo gefunden.

The Hanse dolls house is dark because of the wood and the shades of brown, brown doors and papers everywhere. I stressed this effect by using wooden furniture. In the living room you see the 60s teak cupboards of Lundby - the couch and the chairs match perfectly but I did not find them in any old Lundby catalogue.


Im Musik-TV-Zimmer fällt die braune Fototapete sofort auf, die Möbel sind vorwiegend von LISA.
The music-TV-room is dominated by the brown photo paper of a wood. The furniture is mostly by LISA.

Auch hier in der Ess-Musik-Diele fast nur Brauntöne und vorwiegend Möbel von Lundby aus den 60ern.
Teak by Lundby from the 60s: the dining-music-hall.

Nur die Küche fällt farblich aus dem Rahmen, aber zu grünen Tapeten passt die orange-gelbe Küche einfach zu gut...
obwohl ich auch eine schöne Holzküche von Lundby mit Orange habe:
In the kitchen dominate more colourful papers and furniture but green and orange match just perfectly. Tough I have a wooden coloured Lundby kitchen, too:





Puppenmöbel - Lundby - furniture

1966

Meine Lieblingsmöbel von Lundby, die in den 60ern hergestellten Teakmöbel, Kennzeichen für den skandinavischen Möbelstil.
My favourite Lundby ensemble, the teak furniture of the sixties - characteristic for the scandinavian simple style. 




Aus derselben Zeit, aber aus einem hellerem Holz.
From the same time but in a lighter wood.

1967


Diese Terrassenmöbel aus Metall und Holz sind schon 1967 im Katalog, in der Anzeige von 1968 sieht man sie auch vor dem Lundby Puppenhaus stehen.
This patio furniture made of metal and wood was in Lundby catalogues in 1967 and in the ad of 1968 you can see it in front of the Lundby dollshouse.



1968


Im Katalog hat dieses Bild sogar eine Bildbeleuchtung.
 This picture even has a picture lighting in the catalogue.

1971


1971
Die Siebziger bringen diese sehr modernen Sessel ins Lundby-Haus - sind sie eigentlich auch bequem?
The seventies see this very modern chair in the Lundby house - but is it really comfortable?



Da sieht mir dieses Modell doch wesentlich gemütlicher aus.
I guess this model is much more relaxing.

1971

1972

 
1972






1977

1979
 

1971 Lundby 1976 Barton 1979 Lundby

1978 und 1971 Drehsessel

1984




Lundby in Deutschland - Lundby in Germany

1966 wird in Deutschland für Lundby Puppenhäuser geworben - allerdings
  ohne
den Namen Lundby! Ein Plagiat? Copyright missachtet?

The year of 1966 saw an ad of a Lundby dolls house in Germany, too, but 
without 
mentioning the name of Lundby! Plagiarism? Disregard of copyright?

Die Lösung dieses Rätsels findet man überraschenderweise auf einer Lego-Sammlerseite:
The answer to this riddle can surprisingly be found on a lego collector's site: 

Axel Thomsen und seine Frau Grete waren Dänen, die in Lundby, einem Vorort von Göteborg in Schweden lebten. 1948 zogen sie nach Lerum und begannen Puppenhäuser und Puppenmöbel herzustellen. Aus dieser Firma wurde die AB Lundby Spielwarenfabrik. Von 1955 bis 1959 lieferten sie zusätzlich die dänischen Legosteine in Schweden aus, bis Lego eine eigene Verkaufsgesellschaft in Schweden gründete, die ihren Firmensitz ebenfalls in dem kleinen Ort Lerum hatte.
Axel Thomsen zog 1954 nach Deutschland, Hohenwestedt, und rief dort eine weitere Spielzeugfabrik ins Leben, nun Manager von zwei Fabriken. 1956 verkaufte er seine deutsche Fabrik an seinen Sohn Harald Thomsen und wurde der erste Verkaufsleiter für Lego in Deutschland. Der Firmensitz war ebenfalls in Hohenwestedt. Die deutsche “Spielwarenfabrik Harald Thomsen GmbH” produzierte in Hohenwestedt  Lundby Puppenhäuser und -möbel bis in die 80er Jahre.

Axel Thomsen and his wife Grete were Danish expatriates living in Lundby, a northern suburb of Göteborg in Sweden. In 1948 they moved to Lerum and began the production of dolls houses and furniture. The company became AB Lundby Leksaksfabrik. From 1955-1959 they distributed the Danish Lego bricks until Lego set up their own sales company which was also located in Lerum.
Axel Thomsen moved to Germany in 1954 and set up another toy factory in Hohenwestedt, now managing two factories. 1956 Axel sold his German factory to his son Harald Thomsen and became Lego’s first Sales Manager in Germany. The headquarter was in Hohenwestedt, too. The “Spielwarenfabrik Harald Thomsen GmbH” produced Lundby dollhouses and furniture as late as the 1980’s.

Im Branchenblatt "Das Spielzeug" ist 1966 auch ein zweiseitiger Artikel über den Hersteller. Der Familienbetrieb wurde zu der Zeit von Harald und seiner Frau Rita geleitet. Er umfasste 8000 qm mit eigenem Holzlager mit modernen Maschinen. Die 75 Beschäftigten - plus Heimarbeiter - verwendeten nur Qualtitätsholz. Die positive Entwicklung des Unternehmens begann 1954, als die Firma zum ersten Mal in Nürnberg auftrat und bis dahin einen festen Platz auf der Spielwarenmesse hatte. Sie exportierten in mehrere europäische Länder und nach Übersee. Die Kapazität sei ausgelastet mit Puppenhäusern mit Beleuchtungsanlage, Puppenmöbel, Kleiderschränke, Kommoden, Tafeln, Blockhäuser, Sandwagen, Schiebkarren, Gespanne und anderes. Illustriert wurde der Artikel von Fotos aus der Fabrik.
Bei flickr ist ein Scan eingestellt.

In 1966 the German toy magazine „Das Spielzeug“ visited the factory of Harald Thomsen in Hohenwestedt in northern Germany. The family owned company was managed by Harald and his wife Rita. In 1954 they attended the Nuremberg Toy Fair for the first time. By now they had a wood yard of their own and employed 75 people plus home workers, selling wooden toys not only in Germany but exporting them even overseas. Their products ranged from “doll’s houses with several rooms and light equipment, doll’s furniture, painted German country style wardrobes and blackboards to pull trucks in various sizes and large wooden tractors with trailers".
I put the scan on my flickr sites.
(Quelle: “Das Spielzeug” 1966, S.1308-09)

Nach 1966 finde ich erst wieder im Jahr 1968 Anzeigen der Firma. Diesmal wird auch mit dem Namen "Lundby" geworben, der mittlerweile wohl eine Markenzeichen geworden ist.

 
The next ad of Harald Thomsen after 1966 I found not until 1968. By then they used the trade mark Lundby - perhaps because it had become a wellknown label by then.



LISA Puppenmöbel

 aus meiner Sammlung, alle aus dem Hanse Puppenhaus.
LISA pieces in my collection - found in the Hanse dolls house.

1974
Sessel - armchair


1974 links/left - 1979 rechts/right

noch 1984 im LISA Katalog
even till 1984 in the LISA catalogue

 

  Barton


Im Lundby Puppenhaus findet man oft auch Zubehör von anderen Firmen, die im selben Maßstab produzierten. Eine davon war Barton aus Großbritannien, die in den 80ern von Lundby aufgekauft wurden.

begins after WWII in Great Britain.
Some of their dolls house furniture in Lundby scale could be bought in Germany, too.

 

Zusatzetage - 1981 Lundby - extension

Das Hanse Puppenhaus aus Dänemark steht auf einer Lundby Zusatzetage. Hier sieht es durch die weißen Leisten, die hellen Holzböden und Tapeten gleich viel moderner aus, besonders das Wohnzimmer rechts ist sehr farbenfroh in gelb, rot und orange.
The Hanse dolls house from Denmark is standing on a Lundby extension of 1981. The room box with white ledges and light floors has a much more modern effect. Especially the living room is very colourful in yellow, red and orange.



Im Schlafzimmer ebenfalls eine Fototapete von einem Wald, die Schlafzimmermöbel sind von Lundby aus den 60ern, alle anderen Teile sind später hergestellt worden.
In the bedroom a photo wall paper of a wood - again. The wooden bedroom furniture is by Lundby from the 60s, all the other pieces are younger.



 Brio in Deutschland - Brio in Germany



 Das Brio Puppenhaus (Made in Sweden), für das 1971 in Deutschland geworben wird - im Branchenblatt "Das Spielzeug" - wirkt auf dem Schwarzweiß-Foto unscheinbar. 
Ich kenne kaum Fotos von diesem Haus, das wohl extrem selten ist. Auf ebay.de ist es jedenfalls kaum zu finden. Schade, denn es gefällt mir noch besser als Lundbys Design zu dieser Periode.
Ich erinnere mich nur an wenige Sammler, die original erhaltene Exemplare auf ihren Seiten zeigen:
Sie hat sogar zwei verschiedene Ausgaben und in einem ist die von mir am meisten bewunderte  Wohnzimmerregalwand zu finden - kein Wunder, wenn der Designer der Möbel Arne Jacobsen ist.
Und dann natürlich das Haus von Call-of-the-Small.

The ad above is the only photo I have found of a Swedish Brio doll's house sold in Germany.
it is much more impressing and you recognize the difference to the not so daring and modern Lundby design of that period.
I remember only few online collectors who have shown photos of this house in very good original condition:
She even has two versions and one of them features the wonderful shelves unit in the living room which I adore most - not very surprising when the designer is Arne Jacobsen.
And there is also is Call-of-the-Small's house.


Zusammenfassung von mehreren älteren Beiträgen.
Summary of several posts.