Dienstag, 17. Mai 2016

Nachruf für Inge Michno - Obituary for Inge Michno


Letzte Woche starb Inge Michno, bekannt als eine der drei Sammlerinnen der legendären Ausstellung "Traumwelten der 50er Jahre" von 1996.
Ich lernte Inge Michno vor ein paar Jahren in ihrem kleinen Museum in Jakobsweiler kennen, wo ihre Exponate aus dem Traumwelten-Ausstellungkatalog dauerhaft ausgestellt sind. Schon von ihrer Krankheit gezeichnet widmete sie all ihre Zeit dem Museum und war eine kluge und liebenswerte Gesprächspartnerin. Hier habe ich über diesen Besuch berichtet.
Sie und ihre zwei Sammlerfreundinnen haben mich durch ihre Ausstellung in meiner Sammelleidenschaft sehr bestätigt und unterstützt - in einer Zeit als kaum jemand die Fünfziger-Jahre-Puppenhäuser als sammelwürdig erachtete. Kaum ein Buch oder Ereignis hatte diesen Einfluss auf mich, wie ich schon zu >Beginn meiner Bloggerzeit schrieb. Deshalb werde ich Inge Michno nicht vergessen können.


"Traumwelten der 50er Jahre. Puppenwelt und Wirklichkeit. Katalog zur Ausstellung des Badischen Landesmuseums im Bruchsaler Schloss vom 15. Dezember 1996 bis 4. Mai 1997. Von Wolfram Metzger u.a. ISBN 3-88190-211-2"

Last week died Inge Michno, known as one of the three collectors who organized the legendary exhibition Traumwelten der 50er Jahre ("Dream worlds of the 50s") of 1996. I met her a few years ago in her small museum in Jakobsweiler where her collection is on display. Already very ill, she devoted all her time to the museum and was a clever and amiable conversationalist. Here I wrote about this visit. She and her two collector friends are one reason for my lasting dollshouse passion - the exhibition was the first proof that collecting dollhouses of the fifties was not a strange eccentricity of mine. Hardly another book or event had this influence on me. That is why I will never forget Inge Michno.

Kommentare:

  1. Oh, this is so sad! I am very sorry to hear this news.

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  2. Ich bin auch sehr traurig. Wir hatten gemeinsam mit Frau Bickel bevor wir die Traumwelten-Ausstellung machten, eine wunderschöne Zeit des Forschens, Entdeckens und Teilens. Viel Umschläge mit Kopien wanderten zwischen uns hin und her.
    Beim Aufbauen der Ausstellung hatten wir so viel gelacht.. Bei Besuchen in ihrem kleinen Puppenhäuschen hatten wir gute Gespräche. Ich werde sie immer als eine zarte, leicht chaotische, und starke Frau mit einem harten Schicksal mit vielen Verlusten in Erinnerung behalten.

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  3. Hallo Astrid,
    der Tod von Inge Michno hat mich sehr getroffen. Sie war so lange so tapfer.
    Trotz ihrer ständigen Schmerzen versuchte sie immer wieder, uns gegenüber fröhlich zu sein und mitunter auch noch zu scherzen.
    Sie hat Eri und mich stets herzlich als Gäste willkommen geheißen.
    Die Anregungen aus dem legendären Buch "Traumwelten der 50er Jahre" von 1996 beeinflussen bis heute meine Sammlung.
    Aus diesem Museumskatalog konnte ich einige Stuben von ihr erwerben. Sie werden mich immer an eine kompetente Sammlerin und große Persönlichkeit erinnern.
    Aber nicht nur das.
    Unvergessen bleiben die Besuche bei ihr. Besonders gern erinnere ich mich an das eine Mal, als sie uns im Haus ihres Lebenspartners empfing. Dort hatten die beiden die Kaffeetafel ganz im Stil der 50er Jahre gedeckt - bis ins kleinste Detail.
    Immer wieder machte sie anderen Menschen gerne eine Freude:
    So bekam ich einmal zur Weihnachtszeit ein Überraschungspaketchen mit kleinen Schätzen.
    Inge Michno wird nicht sterben, solange ein anderer ein Bild von ihr im Herzen trägt.
    Eva aus der Eifel

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  4. Eine liebe Freundin und warmherzige Frau ist von uns gegangen. Ich bin unendlich traurig. Inge und ich lernten uns als Sammlerinnen kennen; doch wurde im Laufe der Jahre eine intensive Freundschaft daraus. Ich habe viel von ihr gelernt, besonders, was die 50er-Jahre angeht. Durch sie lernte ich z. B. den Charme der farbenfrohen und formenreichen Kunststoffservicechen kennen und wertschätzen.
    Wenn sie von ihren eigenen Anfängen des Sammelns erzählte, verwies sie stets auf ihre berühmte ältere Schwester, die Schriftstellerin Susanne Faschon, die schon lange alte, hochwertige Puppenstuben gesammelt hatte.
    Geradezu ins Schwärmen geriet Inge, wenn sie von ihren gemeinsamen Flohmarktbesuchen sprach. Im Jakobsweiler Museum steht eine Stube von ihr, die sie ihrer "großen" Schwester gewidmet hat. Ihre dort ausgestellten anderen Stuben und Häuser zeigen in ihrer Ausgestaltung ganz häufig auch den Zeitgeist, die Aufbruchstimmung, das neue Lebensgefühl dieser Nachkriegszeit mit vielen Details.
    Viele Male kopiert und bekannt sind u. a. die "Milchbar", der Lampen-und Radio/Fernseher-Laden, die Karnevalsfeier mit Rock`n Roll-Tanzpaaren, die Grill-Party und vieles mehr.
    Ihr Ideenreichtum war unerschöpflich.
    So war sie auch von Anfang an und immer wieder die Ideengeberin für das kleine, aber feine Jakobsweiler Museum.
    Alle Texte dort stammen aus ihrer Feder, sowohl für die 50er- als auch für die 30er-Jahre. Für die unterschiedlichsten Zielgruppen erstellte sie Führungstexte.
    Besonders viel Freude machte ihr die schulpädagogische Arbeit. Auch initiierte sie zahlreiche hochrangige Wechselausstellungen .Sie machte alles mit viel Herzblut.
    Wie ein neuer Impuls war es für sie, als sie Astrids erstes Fotobuch in Händen hielt.
    Sie rief sofort hellauf gegeistert bei mir an. Es ging um die Herstellerfrage von Puppenmöbeln der 50er-Jahre. Ein stundenlanges Gespräch war die Folge mit herrlicher Fachsimpelei. Jedoch bei aller Leidenschaft fürs Sammeln verlor sie nie das Menschliche aus ihren Augen. So half sie mir in gesundheitlich schweren Jahren liebevoll über vieles hinweg. Wir haben aber auch viel gelacht; denn Inge hatte Mutterwitz, Humor, Sinn für Komik und Kabarett, kurzum, sie hatte Interesse für das gesamte quirlige , volle Leben um sie herum. Sie nahm es auf und konnte es amüsant kommentieren. Ihr wacher Geist, ihre Belesenheit, Ihre Spontaneität und Ideenreichtum werden mir stets gegenwärtig sein.
    Sie war und bleibt für mich und viele andere einfach ein wundervoller Mensch.
    Ich ziehe vor ihr den Hut und möchte das mit ihren Worten ausdrücken: "Chapeau!"
    So habe ich ihr am Ende nur noch eins zu sagen: "Danke für alles - deine Eri"

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