Dienstag, 30. Mai 2017

1990er Repro-Ari-Puppen - 1990s repro Ari dolls


Repro-Angebot von Ari aus den 1990er Jahren

Horst Steinmann, der Riedeler-Enkel, blieb auch nach der Verstatlichung 1972 Direktor der Ari-Puppenfabrik in Königsee, Thüringen. Er bekam sein Unternehmen nach der Wende zurück,  jedoch waren die finanziellen Hürden sehr hoch, denn laut Einigungsvertrag mussten die alten Lieferverträge aus der VEB-Zeit eingehalten werden, aber die damaligen Subventionen wurden gestrichen.
1994 hatte Steinmann es sogar ohne Bankkredite geschafft. Er stieg wieder in den wichtigen Export ein, indem er Fachmessen in den USA, in Südkorea und Taiwan besuchte. Die Firma A. Riedeler GmbH & Co. KG Puppenfabrik Königsee kehrte wieder auf die Weltmärkte zurück. Das gelang aber nicht allein mit den bis zur Privatisierung gefertigen Weichplastpuppen, denn damit hätte man mit den Billiganbietern in Südostasien nicht konkurrieren können.

Die Rettung war das firmeneigene Modellarchiv. Es wurden Porzellanpuppen nach alten Entwürfen gefertigt. Steinmann hatte Glück, dass die alten Gipsmodelle noch in ausgesonderten  Brennöfen gefunden wurden, denn die neuen Leiter des VEBs hatten nach Steinmanns Eintritt ins Rentenalter im Jahr 1986 kein Interesse an diesem Archiv gezeigt und nur durch treue Mitarbeiter konnten sie damals vor dem Müll gerettet werden.
Repro-Porzellanpuppen machten mehr als die Hälfte der Produktion aus, teilweise wurde auch in Kooperation mit westdeutschen Firmen gearbeitet. Die auf Masse ausgerichtete chinesische Produktion blieb weit hinter der Thüringer Qualität zurück.



Aus dem Repro-Angebot von Ari aus den 1990er Jahren:
Repro dolls by Ari from the 1990er years:

Mädchen mit Schleife im Haar = Modell 586 = Girl with hair-ribbon
Junge = Modell 508 = Boy


Das sind ebenfalls die Modelle 586 und 508 - im Original! Sie sind keineswegs aus Porzellan, sondern aus Masse. Auch stammen sie nicht aus dem 19. Jahrhundert sondern aus den Dreißiger Jahren.

Puppenstubenpuppen
ARI GmbH & Co. KG
Hersteller: Thüringen / Königsee und Garsitz, um 1930
Museum für Sächsische Volkskunst
Material und Technik:
Masse, geformt, gemalte Augen, Haarschleifen, Socken und Schuhe, geschlossener Mund, fester Kopf, bewegliche Glieder, alte Kleidung
Maße: H 10 cm

The dolls on the photo above, courtesy the Museum of Saxon Folk Art, are the same models 586 and 508 - but they are the originals! They never were made from porcelain, just composition, and they were not produced in 1890, as the Ari repro catalogue states, but in the 1930s.


links: Modell 525 Repro (on the left)

Modell 525 Repro

Modell 525 Original von 1954





Modell 510 Repro


Modell 510
Original aus den Dreißiger Jahren, aus Masse, nicht Porzellan.
Original model 510 of the 1930s made of composition.



Ari repro dolls of the 1990

Horst Steinmann, the Riedeler grandson, remained director of the Ari doll factory in Königsee, Thuringia, even after the expropriation in 1972. He got his company back after the Fall of the Iron Curtain in 1989, but had to overcome great difficulties, because according to law, the old supply contracts from the VEB period had to be respected, but the subsidies at that time were canceled.

In 1994, Steinmann had made it even without bank loans. He took up the important export by attending trade fairs in the USA, South Korea and Taiwan. The company A. Riedeler GmbH und Co. KG Puppenfabrik Königsee returned to the world markets. However, they did not only succeed with the plastic dolls, since he would never have been able to compete with low-cost suppliers in Southeast Asia.

The rescue was the company-owned model archive. Porcelain dolls were made according to old designs. Steinmann was lucky that the old gypsum models were still found in unused kilns, since the new leaders of the VEB had shown no interest in this archive after Steinmann's retirement in 1986 and only by loyal employees they were saved from destruction.

Repro porcelain dolls made up more than half of the production at that time. The mass production of Chinese dolls remained far behind the Thuringian quality.

Kommentare:

  1. Modell 510 is my favorite :)
    Joan
    Ohio

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  2. Danke für den interessanten Artikel, ich kannte die Repros noch nicht. Alkerdings finde ich die alten Originale wesentlich schöner und ausdrucksstärker.

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