Donnerstag, 14. April 2022

Edi - Erich Dittmann - Puppen





1954 "Das Spielzeug"


Ari (DDR) und Edi (BRD) - Ari dolls and Edi dolls


Ari-Modell 427

© Museum für Sächsische Volkskunst, Dresden

"Zwei Puppenstubenpuppen in Tracht

ARI GmbH & Co. KG|Hersteller
Thüringen / Königsee und Garsitz, um 1930 Museum für Sächsische Volkskunst
Material und Technik: Masse, geformt, gemalte Augen und Schuhe, offener Mund, fester Kopf, bewegliche Glieder, alte Kleidung
Maße H 7,5 cm"

Die obigen zwei DDR-Ari-Püppchen aus Masse sind den beiden Steingut-Püppchen aus der Westdeutschen Puppen- und Steingutfabrik wie aus dem Gesicht geschnitten -
 und das ist kein Zufall:
The two little East-German Ari dolls made of composition 
which you see above resemble very much another pair of dolls,
 made in West-Germany by a completely different firm -
 and that is no coincidence at all:


1949 "Das Spielzeug"

Die traditionsreiche Puppenfabrik August Riedeler, Königsee,
befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der "Ostzone".
Aus Sorge vor Enteignung wollte man eine Zweitfabrik im Westen gründen und
 schickte Oskar Oelzner, den kreativen Kopf der Firma,
1946 zu Erich Dittmann nach Bonn.
Erich Dittmann, der aus Schlesien stammte (* 1901),
und der 1947 in Bonn einen Großhandel in Papier-, Spiel- und Korbwaren eröffnete,
 der aber vorher wohl mit der Herstellung von Puppen nie etwas zu tun hatte,
 mietete die bekannte Villa Genienau in Mehlem, 
einem Ortsteil des Bonner Stadtbezirks Bad Godesberg.
Ab Jahresbeginn 1948 diente sie als Manufaktur der neu gegründeten 
Westdeutschen Puppen- und Steingutfabrik (Edi-Puppen).
Die Fabrik diente als zweites Standbein der Puppenfabrik Riedeler
 mit einem ähnlichen Produktionsprogramm,
bis sich Dittmann nach der Währungsreform 1948 als Unternehmer verselbständigte.

Der eigentliche Edi-Puppen-Schöpfer war Oskar Oelzner.
"Dittmann war nur der Strohmann für die Zweitfabrik
 von August Riedeler aus dem thüringischen Königssee",
erklärt Oelzners Tochter 2010 im Bonner Generalanzeiger.
Oelzner kaufte die nötigen Maschinen und bezahlte mit Riedelers Geld auch die Villa Genienau.
 Er stellte erst Steingut-, und später dann Kunststoffpüppchen her.
 Die ähnelten sehr den in der DDR produzierten "Ari-Puppen" August Riedelers.
"Klar, alles die Handschrift meines Vaters",
 sagt Christel Meißner dem Generalanzeiger,
 die damals als Kind selbst in der Villa lebte.
82 Festangestellte habe Oelzner etwa 1953 beschäftigt.
 Dazu kamen viele Mehlemer Heimwerkerinnen.
 "Ein Millionengeschäft", so Meißner.
"Edi"-Puppen wurden in großer Zahl auch exportiert.
 Der Verkaufshit war Oelzners Laufpuppe mit der Kugel am Band,
die auf glatter Fläche nachgezogen wurde.
 Nur leider sei ihr Vater alles andere als Geschäftsmann gewesen,
 habe sich wie Riedeler von Dittmann übers Ohr hauen lassen.
 Als die Grenze schloss, habe sich Dittmann die gesamte Fabrik unter den Nagel gerissen -
aber sie dann durch Konkurs zweier anderer Firmen wieder verloren.
Im Herbst 1960 wurde die Fabrik abgemeldet und das Privatvermögen Dittmanns zwangsversteigert.

Quelle: Auf der Spur der produzierten "Edi-Puppen"
General-Anzeiger, 16. Januar 2010


***

The traditional doll factory August Riedeler, Königsee, 
was in the Eastern part of Germany after the Second World War. 
For fear of expropriation by the new communist government, 
they wanted to found a second factory in the West and sent Oskar Oelzner,
 the creative head of the company,
 to Erich Dittmann in Bonn in 1946. 
Erich Dittmann, who came from Silesia (*1901), 
and who in 1947 opened a wholesale trade in paper, 
toys and wickerwork in Bonn, 
but who had never had anything to do with the production of dolls, 
rented the famous Villa Genienau in Mehlem
a suburb of Bonn-Bad Godesberg. 
From the beginning of the year 1948 it served as a manufactory of the newly founded Westdeutsche Puppen- und Steingutfabrik (Edi dolls)
The factory served as a second stand of the doll factory Riedeler 
with a similar production program, 
until after the monetary reform in 1948 Dittmann became independent as entrepreneur.

The actual Edi-doll creator was Oskar Oelzner
"Dittmann acted just as a front for the second factory of Riedeler from Thuringia,"
 explains Oelzner's daughter in 2010 in the local newspaper "Bonner Generalanzeiger". 
Oelzner bought the machines and paid with Riedelers money also the Villa Genienau. 
He first produced composition dolls and later plastic dolls.
They were very similar to the "Ari dolls" produced by the Riedeler firm in East-Germany.
 "Sure, all my father's handwriting," says Christel Meissner, 
who was living as a child  in the villa herself. 
In 1953 workers were employed and 
in addition a lot of home workers from the suburb Mehlem.
 "A gold mine," says Meissner. 
"Edi" dolls were also exported in large numbers. 
The sales hit was Oelzner's walking doll with the ball on the belt. 
Unfortunately, her father had been anything but a business man,
 and was tricked by Dittmann, just as Riedeler was betrayed. 
When the iron curtain closed, Dittmann owned the entire factory 
- but then lost it by bankruptcy of two other of his companies. 
In the autumn of 1960, the factory was de-registered and 
the private assets of Dittmann were forcibly auctioned off.


1947 Foto aus meiner Sammlung

Ein selbstgebautes Puppenhaus in dem sehr viele Edi-Püppchen leben.
Ganz oben ist eine Hochzeitsgesellschaft.
A DIY dollhouse with a lot of Edi dolls.
On the top floor is a Wedding party.

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1955 "Das Spielzeug"






1951 "Das Spielzeug"








    Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
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Freitag, 8. April 2022

Homü - Holzspielwaren Anton Müller

 Homü - Holzspielwaren Anton Müller
Another West-German wooden toy factory of the fifties and sixties.


Der Spiegel fehlt - aber seine Form kann man noch gut erahnen.
The mirror is missing.








 Laut "Lexikon der Puppenstuben und Puppenhäuser"
wurde die Holzspielwarenfabrik in Westerheim bei Memmingen
1948 durch Anton Müller gegründet.
Kaufläden, Puppenhäuser und -stuben wurden hergestellt.
Nach seinem Tod 1967 führte seine Familie die Firma noch bis 1974 weiter.

Von einer Sammlerin bekam ich vor Jahren diese Kopie,
auf der Anton Müller zu sehen ist.

 According to the "Lexikon der Puppenstuben und Puppenhäuser"
 (Encyclopaedia of doll's houses)
the wooden toy factory in Westerheim near Memmingen 
was founded in 1948 by Anton Müller.
Toy shops, doll's houses and room boxes were produced.
After his death in 1967, his family continued to run the company until 1974.

Years ago I received this copy from a collector,
which shows Anton Müller.

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)



Leider sind Homü-Produkte nicht gemarkt.
Die Kaufläden kann man durch das obige Foto
identifizieren, die Puppenhäuser und Puppenstuben
durch ein weiteres Foto eines späteren Messestandes
im Lexikon.
Es wurde wohl wirklich nur Holz verarbeitet,
die Fenster sind Bastelteile von Häfner & Krullmann.

Unfortunately, Homü products are not marked.
The shops can be identified by the photo above.
the doll's houses from another
 photo of a later exhibition stand.

Probably only wood was used,
The windows are parts sold by Häfner & Krullmann.






















Eingerichtet mit einer Crailsheimer Küche.
A Crailsheimer kitchen


Sammlung Anna Setz

Sammlung Anna Setz

Sammlung Anna Setz



Vor vielen Jahren richtete ich eine dieser Küchen als Kinderkrankenstation ein.



Many years ago, I set up one of these kitchens as a paediatric ward.
 




 


    Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
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Freitag, 1. April 2022

Sechziger Jahre - Bodo Hennig - The sixties

 
 
Die Formen, Farben und Materialien der Fünfziger Jahre 
bestimmten auch in der ersten Hälfte der 1960er Jahre das Design.
Das Design war weiterhin leicht,
 aber nicht mehr so verspielt oder gar extravagant wie vorher,
 eher einfach und schlicht. 
Die Farben wurden gedeckter und ruhiger,
 die Kontraste weicher. 
Holz spielte immer noch eine wichtige Rolle,
 wie zum Beispiel im Skandinavischen Teakholzstil.

Holz wird mit schlichtem Gelb und Grün kombiniert. 
Die Schränke sind flexibel, Oberschränke und Unterschränke
 können beliebig kombiniert werden.
 Die Stehlampe ist filigranes Schmuckobjekt. 
Wie gegen Ende der Fünfziger gehört eine TV-Radio-Kombination zum Wohnzimmer. 


 
1961 (Möbel)
1965-1967 (Stube) 

The forms, colours and materials of the fifties 
continued to dominate design in the first half of the 1960s.
 The shapes were still light,
 but no longer as playful or extravagant as before,
 rather simple and plain. 
The colours became more muted and calm,
 the contrasts softer. 
Wood still played an important role,
 as for example in the Scandinavian teakwood style.

Wood is combined with plain yellow and green. 
The cabinets are flexible, wall units and base units
 can be combined as desired.
 The floor lamp is a filigree decorative object. 
As towards the end of the fifties, a TV-radio combination is part of the living room. 




Ein Interview mit mir über das 
Möbeldesign der Sechziger Jahre
dargestellt durch die originalen Puppenmöbel dieser Zeit.
Dieses Hennig-Wohnzimmer ist auch dabei.
An interview with me...
... about the 60s interior design represented in dollshouses of that time. 

Vielen Dank an den Fotografen Sven Fennema aus Krefeld,
der meine 60er-Wohnzimmer so gekonnt in Szene setzte!
 
 
Many thanks to the photographer Sven Fennema 
who found such interesting points of view with his camera!



Der Tisch wird gerade gedeckt.
  Es handelt sich um zeitgenössisches Geschirr von der Firma Crailsheimer.
Der schön gedeckte Tisch war den stolzen Hausfrauen immer sehr wichtig. 
It is a contemporary tableware made by Crailsheimer.
The beautifully laid-out table was always very important for the proud housewife. 

 
  Dies wäre das original Hennig Geschirr aus dieser Zeit -
 

1961 bis 1968
This would be the original 60s tableware by Hennig. 
 
 
 
 
1965-1967 

 
 
 
 "Teakholz"
 links: 1961
rechts: 1964
 

 





 
Der Tisch ist fertig gedeckt.
Eine Verkaufspackung von Bodo Hennig.
1961-1968


Bodo-Hennig-Geräte mit Spieluhren 
Units by Hennig with music boxes 
 
 
 
 
1961 - 1964

 Die Musiktruhe mit Diabetrachter und Radio enthält eine Spieluhr, 
die auch 50 Jahre später ausgezeichnet funktioniert
 und nach dem Aufdrehen sehr laut "O Du fröhliche" spielt. 
Diese Spieluhren gibt es noch heute zu kaufen.

The TV-radio-cupboard contains a mechanical music box 
playing still very loudly a well known christmas carol. 
This type of musical boxes are still on sale.
 

 
 

Das Radio bis 1960 hatte ein anderes Display,
 ist aber ebenfalls eine Spieluhr und spielt lautstark
"Guten Abend gute Nacht" von Brahms.
Das Klavier gab es in den Sechzigern.
The radio cabinet until 1960 is a music box
 which can still play very very loudly 
(especially when standing on a wooden bottom)  

 
 
Klavier 1960-1969 piano
 
 
 
1964
 


 


Links: 1956-1960
Mitte: 1959-1964
Rechts:1961-1967
 


1961-1964





1965-1967 Metallbeine
1968-1970    Holzbeine





1968-1971
 
 
 
 
 
 1966
 
 
 
 
 
 




Mitte der Sechziger gehören kräftige Farbtöne wieder zum Wohnbild.
 Ein dunkles Bordeaux-Rot, Kontrastfarben Gelb, Orange und Blau.
 Metall wird mit Holz kombiniert, 
hier haben Tische und Sessel Aluminium- bzw. Stahlbeine. 
Drehsessel werden in Ost und West populär.
In the mid-sixties, strong colours were once again part of interior design.
 A dark Bordeaux red, contrasting colours yellow, orange and blue.
 Metal is combined with wood, 
Tables and armchairs have aluminium or steel legs. 
Swivel chairs are becoming popular in the East and West.
 

  
Der Teak-Schrank. - The teak cupboard.
1965-1967
 



 
 
1969 


Riesige wandfüllende Schrankwände für das Wohnzimmer
 ersetzen die leichtfüßigen kleinen Schränke und Sideboards.
Huge wall-sized wardrobes for the living room
 replace the light-footed small cupboards and sideboards.