Freitag, 10. August 2018

Ein neues Buch über - Moritz Gottschalk - a new book

 
Knoll, Ulrike: Vom Kindertraum zum Sammlerobjekt : >Puppenstuben, Puppenhäuser & weitere Erzeugnisse der Spielwarenfabrik Moritz Gottschalk Marienberg aus der Sammlung Knoll = From childhood dream to collector's item. Dresden: radicula Verlag 2016
 ISBN 9783000544064


Und schon wieder ist ein Buch zu unserem Hobby erschienen. Wieder zeigen Sammler/innen ihre Schätze. Diesmal sind es Ulrike Knoll und ihre Mutter aus Marienberg.
Sie haben eine wunderschöne Sammlung von Puppenhäusern, aber der weltbekannte Hersteller Gottschalk aus ihrer Heimatstadt gehört zu ihren Favoriten. Die Historikerin Ulrike Knoll recherchierte sorgfältig, sprach mit Nachkommen der Familie und so ist auch der Begleittext zu den schönen Fotos spannend zu lesen.
And again a book about our hobby has been published. Again, collectors show their treasures. This time it is Ulrike Knoll and her mother from Marienberg.
They have a beautiful collection of dollhouses but the world-famous manufacturer Gottschalk from their hometown is one of their favorites. The collector and historian Ulrike Knoll researched carefully, spoke to descendants of the family and her results are just as interesting to read as the beautiful photos are fun to look at.


Der Inhalt - The table of contents


Der Text im Buch ist durchgehend auch in Englisch.
The book is from end-to-end in German and English. 


 
Kontakt zur Autorin/Sammlerin/Verlag - Contact for the author/collector/publisher
info@radicula-verlag.de

...und noch mehr >Bilder - ...even more >pictures


2014 konnte man die Moritz-Gottschalk-Sammlung der beiden unter dem Titel
150 Jahre Spielwarenfabrik und 15 Jahre Schulstiftung Moritz Gottschalk"
Museum sächsisch böhmisches Erzgebirge in Marienberg

sehen. Seitdem sind viele neue Stücke dazugekommen und die Begeisterung der beiden hat nicht nachgelassen!
In 2014 the two collectors presented their Gottschalk collection for the first time in Gottschalk's hometown Marienberg with more than 50 dolls houses, room boxes and other objects made by the famous firm from 1892 to 1967. Since then they discovered a lot more items and their passion for dollhouses has not faded a bit!

Bis jetzt gab es die folgenden Bücher mit Informationen über Moritz-Gottschalk-Puppenhäuser
Other books with information about Moritz Gottschalk 


Bibliography:

1994 Evelyn Ackermann "The genius of Moritz Gottschalk"

2000 "Moritz Gottschalk 1892 - 1931"


2003 Marianne Cieslik, Swantje Köhler "Lexikon der Puppenstuben und Puppenhäuser"  

2004 Femmie Markestein, Karin Wester "Poppenhuizen 1880-1980. Een wereld van illusie."



Mittwoch, 1. August 2018

1 "Machen wir's uns gemütlich!" - "Let's make ourselves comfortable!"

Eine "kleine" Geschichte des Wohnzimmers -  A "short" story of the living room in the dollhouse"

 Teil 1 1930 bis 1954  -  Part 1 1930 to 1954


Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Möbelstil einer modebewussten Minderheit in Richtung "Neue Sachlichkeit". Geometrische Formen, praktische Anbaumöbel und wenige Ornamente waren der Kontrast zum überladenen Stil der Gründerzeit. Am bekanntesten sind heute noch die Gestalter des Bauhauses und ihre Stahlrohrmöbel. 

Der allergrößte Teil der Bevölkerung lebte jedoch in den nur leicht veränderten Möbeln der Jahrhundertwende, d.h. im Stil eines gemäßigten Historismus, und auch die Wohlhabenderen  hielten  die neuen sachlichen Inneneinrichtungen für kalt und ungemütlich.


1930 Mein Eigenheim
Sofagarnitur eines Wohnzimmers. Streifenmuster. Über dem Sofa ein Bild.

After the First World War, the furniture style of a fashion-conscious minority developed in the direction of "New Objectivity". Geometric shapes, modular systems and few ornaments were the contrast to the overloaded style of the Wilhelminian era. Today the best known designers are the ones of the Bauhaus movement and their celebrated tubular steel furniture. However, the vast majority of the population lived in the only slightly altered furniture pieces from the turn of the century, and even the more well-off people considered the new Bauhaus interiors cold and uncomfortable. 


1930er Sessel von Paul Hübsch
Die zwei Armlehnenformen der Sessel - spitz und rund - sieht man genauso auch im Karstadt-Katalog von 1935


1935 Karstadt Polstersessel
Gemusterte Stoffe, gestreift oder kariert. Armlehnen gerundet oder spitz

1930s armchairs by Paul Hübsch. The two armrest shapes of the armchairs - pointed and round - can also be seen in the Karstadt catalog from 1935.


1930er Jahre Paul-Hübsch-Puppenmöbel 
aus "Traumwelten der Fünfziger Jahre"

1930s Paul Hübsch doll furniture

1935 Kaffeetrinken im Wohnzimmer. Über dem Sofa darf ein großes gerahmtes Bild nicht fehlen.
1935 Drinking coffee in the living room.
Typical: above the sofa is a large framed picture 


1932 Mein Eigenheim
Werbung: "Tapeten für den modernen Menschen"
Die Wände sind kahl und ohne Bilder. Auch die Möblierung ist karg und wirkt noch strenger durch die Stahlrohrmöbel: ein Tisch mit zwei Freischwingersesseln

Der Bauhausstil konnte sich nach 1933 nur außerhalb Deutschlands weiterentwickeln, z.B. in den USA, wo auch Marcel Breuer, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe arbeiteten.

Advertising: "Wallpaper for modern man".
 The walls are bare and without pictures. The furnishing is sparse and even more severe by the tubular steel furniture: a table with two cantilever armchairs. After 1933 The Bauhaus style could only evolve outside Germany, e.g. in the USA, where also Marcel Breuer, Walter Gropius and Ludwig Mies van der Rohe worked.


Aus der Sammlung  Bruchsal:
1939 Hermann Rülke
Stahlrohrmöbel im Bauhaustil aus der Vorkriegszeit
Pre-war Tubular Steel furniture - >Bauhaus style
Die Firma Hermann Rülke überrascht hier mit einem Miniaturwohnzimmer, das man im Jahr 1939 nicht erwartet hätte. 
Miniature furniture made by Hermann Rülke surprisingly as late as 1939.

Denn in den 30er Jahren war im nationalsozialistischen Deutschland die bevorzugte Stilrichtung im Wohnzimmer neo-klassisch und auch eher schmucklos. Der Bauhausstil wurde abgelehnt.
For in the 1930s, the preferred style in the living room was neo-classical in Nazi Germany.
The Bauhaus style was rejected. 
 "We want simplicity, but not primitiveness."
Quote from German Hausschatz 1938 


1938 Deutsches Wohnen, in: Deutscher Hausschatz

"Wie sieht es überhaupt mit unserer Wohnkultur der letzten Jahrzehnte aus? Trotz aller Errungenschaften der modernen Technik leider recht traurig, muß man sich eingestehen, wenn man besonders an den entsetzlich schwülstigen Jugendstil um die Jahrhundertwende denkt, der geradezu im Gegensatz zu dem letzten echten deutschen Stil, dem klaren, schlichten Biedermeier, steht. Doch schon vor dem Weltkrieg und besonders in den zwanziger Jahren trat glücklicherweise in der Form der Möbel eine wesentliche Besserung ein: Die allzu vielen Verzierungen verschwanden, und die
Formen wurden wieder schlichter und klarer gegliedert.

Allerdings schoß man nun auch wieder über das Ziel hinaus; in dem Bestreben, alles möglichst 'rationell' zu gestalten, waren bei manchen Architekten um 1930 nur mehr fast leere Zimmer mit kahlen Wänden und einigen Stahlmöbeln übriggeblieben. Vom Standpunkt des Reinmachens aus ja ganz bequem, aber ein 'Heim' stellt eine solcherart eingerichtete Wohnung wirklich nicht dar."

"Wir wollen Einfachheit, aber keine gesuchte Primitivität."

Alles Zitate aus Deutscher Hausschatz 1938



1938 Ein Mädel will heiraten:
1938 A girl wants to marry: What is needed to set up a micro-apartment ...

Was zur Einrichtung einer Kleinstwohnung nötig ist...

Möbel: Wohnküche bestehend aus Küchenschrank, Tisch und Kommode, Ruhebank mit Kissen und 2 Stühlen, RM 290,-  (plus Schlafzimmer 345,- = 635,- RM)

Oder - wenn man etwas mehr anwenden kann:
Wohn-Schlafzimmer bestehend aus 2 Schlafsofas mit Bettkasten, Kleider- und Wäscheschrank, kleinem Schreibschrank, Tisch und 2 Stühlen 570,-
(plus Küche 150,- = 720, - RM)

Vorhänge (6m Vorhangstoff), Teppiche (2 Vorleger), Lampen (4 insg.) 39,- RM

Ausstattung für 3000 Mark, mit Wohn-Esszimmer mit kombiniertem Geschirr- und Bücherschrank, Schreibtisch, Ausziehtisch, 4 Stühle mit Polster, Schreibtischsessel, Liege, Nähtisch
Ergänzungsmöbel: großer Polstersessel (120 RM), Stehlampe (30 RM), Teewagen (20 RM), einen Satz Tische (40 RM), Rundfunkgerät (150 RM)




 Nach dem Zweiten Weltkrieg war die einst führende Rolle Deutschlands auf dem Gebiet der Möbelentwicklung völlig gebrochen. Die Ideen der Zwanziger Jahre waren inzwischen durch die vielen, die Deutschland verließen oder verlassen mussten, in den USA weiterentwickelt worden.
Eine wichtige Rolle spielten jetzt die nordischen Länder Europas.
Deutschland musste neu Anschluss gewinnen und das gelang auf einigen Gebieten erstaunlich rasch. Zum Beispiel im Möbelentwurf:
hier wurde klar die Systembauweise bevorzugt.
Der internationale Anschluss bedeutete auch, dass dem sogenannten Internationalen Stil gefolgt wurde.
Doch zunächst blieb man noch in der Formensprache der Vorkriegsjahre und suchte den neuen Stil.
After the Second World War, Germany's once leading role in the field of furniture development was completely broken. The ideas of the twenties had meanwhile been further developed in the USA by the many who left or had to leave Germany.
An important role was played now by the Nordic countries of Europe. Germany had to gain new connections and succeeded in some areas surprisingly quickly. For example in furniture design: Here, the modular design was clearly preferred.
But in the beginning the design of the pre-war years prevailed.


1950 Hermann Rülke, DDR
Ein Wohnzimmer, das sehr wuchtig und schwer wirkt, trotz des hellen Holzes. Ein mit Schnitzereien verziertes schweres Buffet steht im Mittelpunkt.

In meinem Foto habe ich eine etwas andere Sofagarnitur gebildet als das Katalogfoto vorgibt, weil ich die niedrigen Polstermöbel zu dem Beistelltisch gestellt habe. Aber so war es damals gar nicht üblich. Der hohe Tisch steht immer noch vor dem Sofa, obwohl das doch sehr unpraktisch gewesen sein muss. In dieser kleineren Variante des Wohnzimmers gibt es keine Polstersessel.
Wie soll man es sich denn hier gemütlich machen?
A living room that looks very heavy, despite the light colour.
There are no armchairs in the smaller version of the living room, see catalogue photo below.
How was you supposed to make yourself comfortable here?





1950 Hermann Rülke, DDR
Hier sind kaum Verzierungen zu sehen, mit Ausnahme der leicht gebogenen Schrank- und Tischbeine, und durch die Verwendung von hellerem Holz und niedrigeren Schränken erzielt man eine aufgelockerte Wirkung.
Die Glasplatte auf dem Beistelltisch rechts hat ein Loch in der Mitte und ist nur lose aufgelegt. Es handelt sich um ein sogenanntes Rauchertischchen, auf das der Herr alle Utensilien zum Rauchen ablegen konnte. Damit die Holzoberfläche nicht beschädigt wurde, war die Oberfläche dieser Tische oft aus Metall, hier sehr elegant aus Glas.

This German livingroom is a complete set.
  Note the warm wooden colour and the wonderful craftsmanship. The small table is covered by a  glass plate. Formerly there were special tables designed for smokers where you could lay down your smoking accessories without the risk of burning the table. They often had a metal surface, here it is glass.

Schon hier sehen wir also zwei Möbelstile, zwei Einrichtungsmöglichkeiten, aus denen man wählen konnte. Im selben Katalog gab es noch weitere Wohnzimmer, von denen die meisten dem ersten wuchtigen Stil ähneln.
Already we see two furnishing options: light and heavy.




1952 Wilhelm Hergenröther, Nürnberg
Stahlrohrmöbel
"Moderne Puppenmöbel, elegante Clubgarnitur, Couch und Sessel sind mit abwaschbaren Plastikstoffen bezogen."

Die westdeutsche Puppenmöbel-Firma übernimmt zwei Jahre später den Bauhausstil der Zwanziger Jahre. Beispiele dafür finden sich auch in westdeutschen Wohnzeitschriften und Einrichtungsratgebern.
"Modern doll furniture, elegant club set, couch and armchair are upholstered with washable plastic." The West German doll furniture company takes over the Bauhaus style of the twenties two years later. 


1951 "Wohnungen gut eingerichtet"

1952
hat auch diese Erna-Meyer-Puppenfamilie ein Wohnzimmer in der eleganten Variante des Bauhausstils...
In 1952
this Erna Meyer doll family also had a living room with elegant tubular steel furniture ...


... während im selben Jahr das Caco-Familienleben in einer altmodischen und wuchtigen Wohnzimmereinrichtung stattfindet.
  ... while in the same year the Caco family life takes place in old-fashioned and massive living room furniture.


1954 Crailsheimer Wohnzimmer
in einfacher Ausführung, aber modernem Stil, d.h. Sessel ohne Lehnen, in drei verschiedenen Farben, Schrank und Tisch in hellem Holz, und natürlich ein Gummibaum.
A Crailsheimer living room in a simple but modern style, armchairs without armrests, three different colours, cabinet and table in light wood, and of course a rubber tree. 


1954 "Wir richten unsere Wohnung ein"
 Sesseldesign

In den Einrichtungsratgebern dieser Zeit findet man viele Tipps für das Wohnen auf engem Raum.
In the furnishing manuals of this time you get many tips for living in small rooms.



Hier eine Kammer für einen jungen Mann, die platzsparend mit Klappbett, Klapptisch und Klappstuhl ausgestattet ist.
Es gab wenig Wohnraum und meist kleine Räume. Deshalb kam es zu einer neuen "Mobilität", z.B. durch wegklappbare Tischplatten, ausziehbare Betten oder Schlafcouchen.
In dieser Zeit der Zuzugsgenehmigungen, Wohnraumbewirtschaftung und der sozialen Wohnungsbauprogramme empfiehlt 1953 die Gewobag Frankfurt a.M. für Kleinwohnungen des sozialen Wohnungsbaus zur Raumgewinnung eine zweckmäßige Einrichtung:
Einbaumöbel, Ausnutzung des toten Raumes, z.B. in Zimmerecken, keine schweren Stilmöbel. Nichts übermäßig Schweres, Dunkles, Unruhiges, das die Harmonie stört. Man soll vermeiden, die Räume mit Möbeln vollzustellen, die keinen Zweck erfüllen.
1953 Richtig Wohnen helfen. Versuch einer Lösung. Hg. Hans Kampffmeyer, Reinhold Tarnow. Hamburg

Here is a chamber for a young man, which is space-saving equipped with folding bed, folding table and folding chair.
The post war apartments were small. Therefore, a new "mobility" was necessary, e.g. with fold-away table tops, pull-out beds or sofa beds, built-in furniture, use of dead space, e.g. in room corners. It was recommended by housing associations to avoid filling the rooms with furniture that served no purpose.


1954 Von Jahr zu Jahr (DDR) - East Germany
 Hier wohnen zwei glückliche Menschen


Eine Ein-Raum-Wohnung, die als Wohn-Schlaf-Arbeits-Musikzimmer für zwei Personen, einschließlich Küche, dient. 
Here live two happy people
A one-room apartment that serves as a combined living room, bedroom, study, music room for two people, including a kitchen.



... wird fortgesetzt!
... to be continued!

Mittwoch, 25. Juli 2018

Margarinefiguren für die Puppenstube -1950-1954 - Commercial give-aways for dollhouses


Nach dem zweiten Weltkrieg war Spielzeug genauso Mangelware wie alle anderen Produkte. Diese Situation nutzten die Hersteller von Lebensmitteln, sie belohnten den Einkauf mit kleinen Spielzeugfiguren.
 
 Promotion plastic figurines, called "Margarinefiguren" in German, were distributed during the years 1950 to 1954 by many firms who sold pasta, margarine or coffee.

 Reklamefiguren, Margarinefiguren, Werbefiguren, Werbebeigaben, Werbezugaben
Alles begann laut Peter Konrad Haan mit der Zusammenarbeit des führenden Margarineherstellers Fritz Homann und Siku, einem Betrieb der seit Ende der Dreißiger Kunststoffteile dank der Spritztechnik preiswert liefern konnte. Es wurden Figurenserien geschaffen, die für Homanns Margarine warben: Fri-Homa. Das waren neue Entwürfe, aber auch Serien, die noch im Krieg für das Winterhilfswerk entstanden waren.

 
Rasch übernahmen auch Kaffee-, Tee- und Tabakhersteller, sowie andere Margarinefirmen diese Idee. Sie wetteiferten um die schönsten und aufwendigsten Figuren, denn die Kinderwünsche sollten für den Absatz ihrer Produkte sorgen. Noch heute findet man in Spielzeugkonvoluten aus den fünfziger Jahren fast immer kleine Plastikfigürchen, da sie damals von Jungen und Mädchen gerne gesammelt wurden. Die Lebensmittelhändler verteilten sie teilweise von Hand. Auf einer Papiertüte des Hamburger Margarineherstellers Voss steht zu lesen:
Sehr geehrter Geschäftsfreund!
Neben unseren beliebten Voss-Tierbildern erscheint jetzt die II. Serie: Schönheit des Tanzes.
Bitte geben Sie pro Pfund Voss-Margarine eine Figur an den Käufer unserer Ware ab. Wir grüßen Sie, Ihre...
 Teilweise musste der Kaufmann die Figuren auch bezahlen.
Manche Figuren waren wohl auch den Produkten, z.B. Mehl, beigelegt, denn Sammler fanden den Mehlstaub noch auf den Objekten.




Es dauerte nur einige Jahre bis die Firmen merkten, dass sie sich in ihrem Ehrgeiz, schönere Beigaben als die Konkurrenz herzustellen, auf zu hohe Werbekosten eingelassen hatten. Die kleinen Margarinehersteller waren von den großen aufgekauft worden, die aufwendige Werbung mit den Figürchen war gar nicht mehr nötig.
Seit Mitte der Fünfziger bestellten also die allermeisten Lebensmittelfirmen keine Kunststofffiguren mehr. So stammt die Mehrzahl der Margarinefiguren aus der Zeit 1950-1954.


Welche Absatzmöglichkeiten hatten die Hersteller dieser Figuren nach dem Abspringen dieser Großkunden? Die meisten versuchten nun, ihre Produkte als Spielzeug zu verkaufen, Siku und Manurba sind Beispiele dafür, Heinerle steckte sie in Wundertüten und war eine Zeitlang sehr erfolgreich.


Die Grundfarbe der Figuren ist Weiß, vollständig gefärbte Figuren sind selten. Werbung für Landfried-Tabak, Ei-fein Margarine, Sanella, Eri-Schuhcreme, Haribo, Korona-Kaffeemittel, Sigella Schuhcreme, Erdal, Hamker Margarine, Funck, Günzburger Kaffeemittel, Linde, Zabler
Die meisten Figuren gibt es als Werbebeigabe, d.h. mit Aufdruck, und als Spielzeug. Die Farben unterscheiden sich dann. Wertvoller für Sammler sind die Exemplare mit Aufdruck der Firma.
Hergestellt von Heinerle, Siku, Manurba u.a.
Themen: Krippen, Trachten, Zoo, Tiere jeder Art, Musikkapellen, Eisenbahnen und Häuser, Kasperltheater, Wildwest, Sportler, Piraten, Fahrzeuge, Bauwerke, Märchen, Bauernhof etc.



Für die Mädchen gab es viele Ausschmückungsteile für die Puppenstube und kleines Geschirr für die Puppenküche.
For the girls, there were many pieces of decoration for the dollhouse and small dishes for the doll kitchen.



Korona





Günzburger








Funck






Günzburger






 Blumenvasen - ohne Marke



Blumenvasen - ohne Marke
Hersteller: Siku



Quieta Kaffeemittel - Vasen

Die rote Vase links, die türkise Vase in der Mitte und die grüne Vase rechts.






Margarinefiguren - DÜKA - promotion plastic figurines

Blogbeitrag 18.01.15 Blog post


Werbebeigaben der rkheimer KAffeefabrik,
Bad Dürkheim, ca. 1950 bis 1954

Hier müsste es also korrekterweise "Kaffeefiguren" heißen.
Wie viele Margarinefiguren wurden sie von der Firma Sieber (SIKU) hergestellt.
Acht verschiedene Modelle gab es in der Blumenserie.
Sie haben genau die richtige Größe für die Puppenhausfensterbank.

 Promotion plastic figurines, called "Margarinefiguren" in German, were distributed during the years 1950 to 1954 by many firms who sold pasta, margarine or coffee.
 They have the right size for the window sill in a dolls house.


3 Blüten sind abgebrochen. - 3 blossoms are missing.


Auch hier fehlt an der linken Topfblume eine Blüte, genau wie an der Karaffe mit den Sonnenblumen.
These pots are lacking some blossoms as well.


Hier fehlen keine Blüten, aber es handelt sich um einen Geschenkkorb mit einem großen Henkel von einem Ende zum anderen - der Henkel ist auch abgebrochen.
Nach strengen Sammlerkriterien sind diese alten Blumen also kaum von Wert. Auf der Puppenfensterbank machen sie sich trotzdem gut.
The blossoms are complete but the wicker basket is missing its arched handle. A collector of "Margarinefiguren" would dismiss my figures as rubbish because they are all broken - on the window sill in a dolls house they look very pretty though.




Literatur
  • Viele Infos unter http://www.margarinefiguren.de/
  • Plastikwerbefiguren für Puppenmuttis mit Angabe von Liebhaberpreisen. Peter Konrad. Haan 1994 (keine Farbfotos)
  • Werbefigürchen. Alphabetisch geordnet mit Angabe von Liebhaberpreisen. Peter Konrad. 4.Aufl 1995 Peko-Verlag Haan (auch keine Farbfotos)