Es überrascht mich immer wieder,
wie viele Modelle der Caco-Biegepuppen es gegeben hat.
Aus den Fünfziger Jahren kennen wir keinen Katalog
und können deshalb auch nicht wissen,
welche Puppen wir noch finden können.
Aber zu jeder Zeit achtete die Firma wohl darauf,
dass die Miniaturfamilien in verschiedenen Ausstattungen angeboten wurden.
English version - translated by Zoe:
Dolls' Houses
Past & Present
A website and ezine about dolls' houses: antique, vintage and modern.
Plus furniture and accessories.
Issue 51 (March 2026)
Hier hätten wir wohl die Straßenkleidung
des Puppenvaters.
Natürlich mit Krawatte, die er auch im Haus nicht ablegt,
und im Anzug.
Die Mutter mit chicem Kleid,
inclusive weißem Lackgürtel und Kragen,
weder besonders festlich noch für die Hausarbeit gekleidet.
Sammlung Katharina
Das Muster des Kleides ist interessant,
weil es wohl über viele Jahre als modern angesehen wurde,
und es deshalb ungefähr zehn Jahre für die Caco-Mutter verwendet wurde.
Hier sehen wir drei verschiedene Puppen-Modellstufen und immer dasselbe Kleid,
von Mitte/Ende der Fünfziger bis Mitte/Ende der Sechziger Jahre.
Während es immer auch eine Stufe weniger elegante Puppeneltern gab,
also eher in Hauskleidung, d.h. Schürze für die Mutter
und nur Hemd für den Vater,
bot Caco auch eine sehr festliche Variante von Puppen an,
die dadurch für die alltägliche Arbeit im Puppenhaus
wenig geeignet waren.
Trotzdem wurden sie gekauft.
Hier also der Vater im Smoking und die Mutter im Abendkleid aus Seide.
Diese Seidenkleider gab es in vielen Farben,
wie hier in der Sammlung Borbeck zu sehen.
Die Frauen trugen mit diesem Outfit alle eine Perücke
und hatten flache Schuhe an,
d.h. sie sind aus den frühen Fünfzigern.
Straßenkleidung, die ausgezogen werden kann.
Auch dieser Hut hält durch ein dünnes Gummi.
Doch auch Mitte und Ende der Fünfziger gab es besonders
festlich gekleidete Cacos - auch immer (?) mit Perücke.
Die mittlere Dame im hellblauen glänzenden Kleid
- Sammlung Anna Setz -
und dem Blumenschmuck ist ein Beispiel.
Rechts neben ihr steht eine ebenfalls chice Dame mit schwarzem Lackgürtel,
doch sie ist wohl das Beispiel für die "normale" Eleganz.
Aus der Sammlung Katharina kommt noch eine sehr elegante Dame,
die ebenfalls kein Abendkleid trägt,
aber ein edles "Cocktailkleid".
Also für Festivitäten vor 20 Uhr, wo die Rocklänge kürzer sein durfte.
Der besondere Schnitt des Kleides im Ausschnitt ist bei Cacos
ein Hinweis auf nicht alltägliche Kleidung - denke ich.
Noch ein wadenlanges Cocktailkleid für Veranstaltungen
zwischen 18 und 20 Uhr.
Wieder dasselbe Dekolleté und auch die Blume.
Der Stoff ist von hoher Qualität, sehr sorgfältig ausgewählt
und das Muster exakt dem Schnitt angepasst.
Damit die im Dekolleté gezeigte Haut makellos erscheint,
ist eine dünne hautfarbige Stofflage über das gewickelte Baumwollband
des Biegepuppenoberkörpers drapiert worden.
Die eleganten Eltern hatten auch entsprechendes Personal.
In den Fünfzigern gab es bei Caco diese Hausmädchen/Serviererinnen.
Links die ältere Variante aus einem Scenokasten.
Trägt eine Caco-Dame noch einen Hut,
können wir davon ausgehen,
dass sie in Straßenkleidung unterwegs ist,
und nicht für das Haus gekleidet ist.
Leider sind sogar die aufgeklebten Hüte
oft über die Jahre verloren gegangen,
die mit einem Gummiband befestigten Hüte sowieso.
Hier sehen wir drei Frauen aus der Sammlung Gronau,
die Kleider und Kostüm aus demselben Stoffmuster tragen,
und zwei sogar noch mit passendem Hut.
Diese Frauen stammen aus einem Scenokasten,
eine von ihnen muss also die Straßenkleidung präsentieren
und die andere die Hauskleidung.
Der Hut hilft uns bei der Unterscheidung.
Nicht immer war der Hut aufgeklebt,
wie wir hier deutlich sehen können.
Noch eine Hutvariante und ein Kleid mit Schößchen,
sicher auch eine elegantere Kleiderversion.
Nein, kaum vorstellbar, dass diese beiden Mütter
in diesem Outfit das Bad putzen.
Die mittlere Dame mit dem Hut
aus der Sammlung Anna Setz
ist dann die Dame für den Spaziergang in dieser Gruppe.
Die rechte Puppe bestimmt auch,
denn ihr fehlt wohl der Mantel und der Hut,
meist waren die Kleider darunter sehr einfach geschnitten.
Zum Mantel wird wohl immer ein Hut gehört haben.
Bei den Männern auch?
Die Männerhüte sind extrem selten in Sammlungen zu sehen.
Wenn meine Beobachtung zum festlichen Dekolleté stimmt,
ist die Dame in rot festlicher gekleidet als
die Dame in Blau, die vielleicht sogar "nur"
ein Hauskleid trägt -
aber die Perücke weist wieder auf eine hochwertigere Ausführung hin.
Dieses figurbetonte Kostüm erschien mir immer sehr elegant.
Den raffinierten Schnitt können wir hier noch besser erkennen.
Und einen wundervollen blonden Dutt trägt die Dame ebenfalls.
Eine Perücke ist ja immer mit einem höherem Preis der Puppe verbunden.
Es gab das Kostüm auch in grün.
Ähnliche Schnitte und Farben sehen wir in einem
Modeüberblick der Zeitschrift "Praline":
Das zeigt PARIS
Auch hier das "kurze Schößchen" mit breitem Gürtel
1959 Praline, Heft 17
Hier fällt die raffinierte Verzierung mit der schwarzen Lackschleife ins Auge
- und die Perücke.
Ein zweiteiliges Kleid.
Auch hier ein besonderer Lackgürtel,
wieder ein anderes Modell
aus der Sammlung Gronau.
Keine Perücke, d.h. nicht besonders elegant?
Und in Evas Sammlung sehen wir wohl die älteste Variante
dieses Kostüms/Kleides, denn es hat die längste Rocklänge.
Die Erklärungen des Scenokasten deuten ja darauf hin,
dass die wunderschönen weit ausgestellten Kleider mit
den schwarzen Lackgürteln wohl als Hauskleidung zu sehen sind
und nicht als besonders festliche oder Ausgehgarderobe.
Während Kleider mit aufwändigen Dekolletés
und extra eingelegtem hautfarbigem Stoff
wahrscheinlich als eleganter einzuordnen sind.
Die Puppen tragen ja auch meist die teueren Perücken.
Hier fehlt eindeutig der Hut ;)
Diese Gruppe von Frauen aus der Sammlung Katharina
trägt meiner Meinung nach Hauskleidung,
die natürlich wunderschön ist.
Durch den Mantel der einen Puppe wird ihre Kleidung aufgewertet,
der Spielwert steigert sich,
sie kann nun im Haus und auch auf der Straße agieren,
das Kleid selbst ändert sich dadurch nicht,
ganz im Gegenteil, es ist unter den Mäntel meist einfach.
Der Hut fehlt höchstwahrscheinlich.
Einfache Kleider und wunderschöne Mäntel.
Hier ist sogar noch ein Hut erhalten geblieben.
Diese festlich gekleideten Mädchen sind aus verschiedenen Scenokästen,
wo ein Mädchen absichtlich so gekleidet war,
damit es eine besondere Rolle einnehmen konnte
- die Prinzessin zum Beispiel.
Aber auch im regulären Angebot konnten Puppen mit diesen Kleidern
wahrscheinlich erworben werden.
Es gibt nämlich tatsächlich doch einen einzigen Katalog aus dieser Zeit,
den ich kenne, er ist aber aus Ostdeutschland.
1953 war die Spaltung der Firma ja noch nicht so lange her
und deshalb wird das Angebot noch nicht so stark verändert gewesen sein.
Tatsächlich gibt es hier einige besondere Mädchenpuppen,
alle mit Perücken, mit "Tanzkleid" oder "im Festkleid, Locken" oder "Organdikleid, Locken".
Dass die im Katalog gelisteten Puppen aus einem sozialistischen Staat kamen,
war aber doch schon deutlich zu sehen.
Das ist mal einen weiteren Blogartikel wert.
Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.
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