Samstag, 24. September 2011

"Das Puppenhaus" Bilderbuch - 1913 - "The dollshouse" a picture book


 

Das Bilderbuch erschien 1913 mit Bildern von Else Preußner und Versen von Josefa Metz.
Es erzählt in witzigen Kapiteln von einer großen Puppenfamilie,
die in der komfortablen, weiß lackierten und "fast nagelneuen"  Villa Bergheim lebt,
mit "sechs Zimmern, Küche, Telephon ... und überall elektrisch Licht".

The picture book was published in 1913 with pictures by Else Preußner
and written in verse by Josefa Metz.
In several funny chapters she tells us about the big doll family which lives in the comfortable and "almost brand new Villa Bergheim", with "six rooms, kitchen, telephone... and electric light everywhere".

Die Kinder gehen ganz pragmatisch mit ihrem Puppenhaus um,
so schläft der Papa in einem Kinderwagen,
weil er nicht ins Himmelbett passt, und die zahlreichen Puppenkinder,
die man ihnen immer wieder schenkte,
passen schon lange nicht mehr alle um den Esstisch,
sechs von ihnen müssen auch tagsüber in ihren Puppenbettchen liegen bleiben.


The children play with their dolls house in a down-to-earth way,
the doll father must sleep in a doll perambulator because he is too tall for the bed,
and the numerous doll kids they own
(because everybody brought them a new one as a present)
can not all be placed around the dining table,
so six of them must stay in their beds all day long.



Die spielenden Kinder haben schon allerhand kaputt gemacht,
kein Wunder, es sind schließlich alles Porzellanpuppen,
so fehlen der lieben Mama die Beine,
was man glücklicherweise unter dem langen Kleid nicht sieht.
Oder es fehlt einer Puppe plötzlich der Arm.


Der Puppenpapa verliert in der Geschichte seine Perücke und geht danach auch noch komplett verloren, so dass die ganze Puppenfamilie überall nachsehen muss
und ihn unter Wasser gesetzt in der Badewanne wiederfindet.
While playing with their dolls house the children have already damaged many dolls
- they are made of porcelain after all!
Dear Mama is missing her legs,
fortunately she wears a long skirt and nobody can see the flaw,
and another doll has lost one arm.
Dear Papa loses his wig in the story
and after that he himself gets lost and the whole family is looking for him
- finding him soaked through in the bathtub.


Aber
"Bricht auch ein Arm mal, mal ein Bein,
Je nun, das kann nicht anders sein,
Auch läßt mit Leim und Gummiband
Sich reparieren allerhand."

 But
"May an arm or a leg be broken,
Nobody can prevent this,
  Remember, with glue and rubber band
 Many things can be fixed."



Weitere Informationen zur Autorin und zu ihrem tragischen Ende im KZ Theresienstadt:
More information on Josefa Metz and her tragical death in the concentration camp Theresienstadt:
Josefa Metz
Fotos/photos
und ihr Leben/life



1913 "The dolls house"

Auguste, the maid:


Auguste.

Auguste ist zwar nur vom Land,
Doch kann sie jetzt schon allerhand:
Kocht, wäscht und bügelt, näht und flickt,
Wobei sie abends Streifen stickt.

Sie geht sehr gern zum Einkauf aus,
Kommt meistens dann zu spät nach Haus,
Und sagt, schilt deshalb die Mama,
„Es waren so viel Leute da.“

Auch fährt sie manchmal in die Stadt,
Besonders, wenn sie „Ausgang“ hat,
Verwandte wohnen hier am Ort,
Nussknackers, die besucht sie dort.

Sonst ist sie voller Treu’ und Fleiß,
Ihr Kleid ist blau karriert und weiß;
Mit Griffeln brennt sie sich das Haar,
Und Sonntags geht sie oben klar.

Ihr Schatz und der ist Kanonier,
Er steht des abends vor der Tür,
Sehr lange wartet er vorm Haus,
Am Tag fährt er Kanonen aus.


Auguste 
Although Auguste is only from the country,
she has learned all sorts of stuff:
cooks, washes and irons, sews and mends,
at night she stitches cloth strips.

She loves going out for shopping,
returns back home mostly too late,
And says, when Mother scolds,
"There were so many people there."
(...)


Die schlampige Margot - Sloppy Margot

 



Nein, was man so erleben kann!
Da kommt heut Mittag Margot an,
Ganz munter, nur ein bisschen kraus,
Und bringt nur e i n e n Arm nach Haus.

Sagt einfach, dieses freche Ding,
Daß er vorhin verloren ging,
Weiß nicht einmal, wo, wie, warum,
Und kümmert sich nicht weiter drum.

Als ob ein Arm so gar nichts wär!
Wo kriegt sie nun nen neuen her?
Er war ja, wenn ich es bedenk,
Schon etwas locker im Gelenk.

Doch muß man nicht so schlampig sein!
Denn Arm ist Arm, und Bein ist Bein,
Muß sehen, dass man in der Welt
Die Glieder hübsch beisammen hält.


Sloppy Margot.

Oh, the things that can happen to you!
Here comes Margot today at noon ,
Quite lively, only a little dishevelled,
And brings home only o n e arm.

Just says, this cheeky thing,
That she lost it a little time ago,
Does not even know where, how, why,
And does not worry much more about.

As if an arm were practically nothing!
Where will she now get herself a new one?
It was, when I bethink myself,
Already a little bit loose in the joint.

But one must not be so sloppy!
Because an arm is an arm, and a leg is a leg,
You must look in this world
To hold your limbs nicely together.


(My translation is missing the wonderful rhyme and rhythm, sorry!)