Mittwoch, 2. Februar 2011

JEAN

  
um 1975

Wie die Modella oder Crailheimer Plastikmöbel wurden die JEAN Möbel teilweise auch in farbig bedruckten Puppenzimmern verkauft, jeweils zwei Zimmer bildeten ein Puppenhaus aus Pappe. Laut Packungsaufdruck sollte die Plastikfolie herausgeschnitten werden - und schon konnte es los gehen. Die Möbel sind mit Plastikeinsätzen oder Riemen befestigt, die man leicht lösen kann.

Like Modella or Crailsheimer the manufactory JEAN sold its plastic doll furniture partly in colourful printed cardboard boxes, representing various dolls rooms. Two rooms form a small dollshouse and you only had to cut out the protecting plastic foil to start playing. The furniture is fixed with plastic applications which can easily be removed.


Typisches rosa Bad und eine teilweise orange Küche mit passendem Teppich und Gardinen.
Oh - und das Maßstabproblem schon wieder, aber endlich können die kleinen Lundby-Cacos auch mal in ein anderes Haus.




 Typically pink bath and the kitchen in orange with wonderful matching carpets and drapes.
Oh - the scales problem again, but small Lundby Caco dolls fit wonderfully, so it must be 1:16 after all.

Auf der Verkaufspackung ist hinten das damalige Möbelprogramm zu sehen, alle Sets (außer den Bauernmöbeln) finden sich auch in meiner Sammlung. Diese Möbel entsprechen dem Lundby-Maßstab.
On the JEAN dolls house box the plastic furniture of that time is listed. All sets (apart from the peasant style ones) can be seen in my collection. The scale is the same as Lundby.


 Das Logo auf der Seite.
Logo of JEAN on one side of the box.



Kinderzimmer - children's room





Esszimmer - dining room





Terrassenmöbel - patio furniture





Schlafzimmer - bedroom



Küche - kitchen


Ein Wohnzimmer, das ich selten sehe.
A livingroom which I rarely see.




Puppenhauseinrichtung aus Plastik in Lundbygröße, hergestellt ab 1970 von JEAN in Deutschland.
Nur das rosa Bad fehlt auf dem Foto.
Plastic interior for a dolls house since 1970 - Lundby scale - made by JEAN in Germany.
Just the pink bath is not on the photo.


Zwei Fernseher habe ich bis jetzt von JEAN. Gab es noch weitere?
Two TV sets of JEAN from my collection - was there another one?



The problem of scale again. I bought this blister set (from the 80s?) for my OKWA dolls house from the 70s which needs a livingroom but these pieces are a little bit too small. In fact, they just do not fit to any of my dolls...
Eigentlich sollten die Möbel (aus den 80ern?) in mein OKWA Puppenhaus, da verschwinden sie optisch aber, weil sie ein bisschen zu klein sind. Vom Maßstab her passen sie in keins meiner Puppenhäuser...
  

 Firmengeschichte - JEAN - company history

 

 

1973 feierte das Unternehmen sein 50. Jubiläum. 1923 von Leonhard und Johann Höfler inmitten der Inflationszeit in Fürth gegründet, musste jeder der beiden 3 Billionen Papiermark als Betriebskapital aufbringen. Es wurden Blechartikel in Massenproduktion hergestellt, der Blechfrosch wurde nur wenig verändert noch im Jahr 1973 verkauft.
Als der Kunststoff aufkam, war Höfler eine der ersten Firmen, die ihre Produktion darauf einstellte und schon direkt nach der Währungsreform wurde wieder produziert. Schon 1953 wurden viele Artikel in durchsichtigen Kunststoffbeuteln verpackt, dann waren sie die ersten, die die Blisterverpackung in der Spielwarenbranche benutzten und damit groß herauskamen.
1966 starb Johann Höfler, Leonhard Höfler hatte sich schon lange aus dem Unternehmen zurückgezogen. Die Leitung hatte im Jubiläumsjahr Dipl.-Kfm. Toni Spangler und das Schwergewicht der Produktion lag auf Plastik-Wildwest-Figuren und vielen anderen Plastik-Spielwaren, wie Puppenmöbel, immer auf niedrigem Preisniveau. Der Exportanteil war mit 40 % sehr hoch, geliefert wurde vor allem nach Frankreich, Holland, Italien und Nordamerika. Zu dieser Zeit arbeiteten 220 Leute im Betrieb, dazu kamen noch 500 Heimarbeiter.
Der Teilhaber der Firma Johann Höfler - Ernst Albert Bettag - war gleichzeitig der Leiter der Firma BIG. Man versuchte, seine Angebotspalette scharf voneinander abzugrenzen, um sich nicht selbst Konkurrenz zu machen. 


 In 1973 the company celebrated its 50th anniversary - founded in 1923 by the brothers Leonard and John Hoefler  in Fuerth, near Nuremberg, midst the German hyperinflation - which meant that each of them had needed three billion Papiermark as working capital for the firm. They manufactured  small metal products in mass production, e.g. a small toy metal frog which was still on sale in their 50th anniversary year.

When plastic came along, Hoefler was one of the first companies that adapted to the change and produced the first inexpensive plastic promotional gifts to food products right after the currency reform in 1949. By 1953, many of their products were packed in clear plastic bags, they also were the first ones who came out with the blister packaging in the toy industry and had a huge success with it.

In 1966 John Hoefler died, his brother Leonhard had long retired from the company. The firm was managed then by Toni Spangler and the main focus was on the production of plastic Wild West figures and many other plastic toys such as dolls furniture - always at low prices. The export share of 40% was very high, customers were mainly in France, Holland, Italy and North America. At that time they had 220 employees and 500 home workers.

 The shareholder of the company - Albert Ernst Bettag - was also the manager of BIG. Höfler and BIG tried to distinguish its range of products  sharply from each other, avoiding the competition.



- aktualisierte und zusammengefasste Version von mehreren Blogbeiträgen 2014 -

Kommentare:

  1. Ich glaube, dass die Puppenstubenmöbel viel länger mit dem oben genannten Logo verkauft wurden. Zwar nannte sich die Firma längst BIG und produzierte so bekannte Artikel wie das Bobby-Car und Play-Big-Figuren, aber die Puppenmöbel liefen meines Wissens weiter unter der Bezeichnung JEAN mit der Weltkugel. Ich besitze einige Möbel von Jean, die vom Stil und farblich eindeutig in die 70er Jahre einzuordnen sind, andere Möbel sind laut Vorbesitzerin in den frühen 80er Jahren gekauft worden (braune "Stilmöbel", was auch der damals herrschenden Nostalgiewelle entsprach).
    Die Verkaufsverpackung oben sieht auch eher nach späten 70er Jahren aus...

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  2. Liebe Lilli, ich kann diesen Angaben auch nicht trauen, komisch war nur, dass diese Info an vielen Stellen zu finden war, haben sie alle von einander abgeschrieben?
    Bei Karin Wester aus den Niederlanden lese ich, dass Jeannette ein Puppenhaus aus Plastik von 1984 war. Das kommt ja eher hin.
    Eins ist wenigstens sicher: West-Germany bedeutet, dass sie nicht nach 1990 hergestellt wurden...

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  3. Wahrscheinlich hat einer beim anderen die Daten abgeschaut ;-)
    Es gab eine Serie "Jeannette" mit sehr vereinfachten Puppenmöbeln ohne bewegliche Teile, kleinkindtauglich mit ganz plumpen Figuren (Nur Kopf mit Körper, keine Arme oder Beine), die man z.B. in eine Vertiefung im Stuhl stecken konnte, damit sie nicht herunterfiel...so ähnlich wie z.B. bei Fisherprice-Vorschulspielzeug.
    Ein Plastikpuppenhaus zum Aufklappen habe ich auch schon gesehen, das dürfte aus den 80ern stammen und war auf jeden Fall für ältere Kinder gedacht und bestückt mit Nostalgiemöbeln.
    Einige kleine Teile, die meiner Meinung nach auf jeden Fall auch von Jean Höfler stammen, sind nur mit W. Germany gemarkt, ohne Logo.
    Wenn's klappt, stelle ich heute noch ein paar Bilder meines quietschbunten Jean-Zimmers bei Flickr ein...
    LG, Lilli

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  4. Thanks for teaching me. I see these sometimes on eBay and didn't know too much about them. I just adore your blog and all the information you provide. Hope your day is extra nice!

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  5. Hallo Puppenstubensammlerin,
    ich bin Sammler von Spielzeug-Parkhäusern 30er-70er. Es gibt ein Aral-Parkhaus von Jean mit dem alten Jean-Logo (angeblich 1959-1966).
    Das originale Parkhaus in ovp hat allerdings ein Aral-Logo, das es laut Aral.de Logo-Geschichte erst seit 1973 gibt.
    Beide Logos (Jean und Aral-ab1973) sind auf der OVP.
    Das Jean-Logo muß also bis in die 70er verwendet worden sein parallel zum Big-Büffel-Logo.
    Liebe Sammlergrüße, Rolf

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