Montag, 8. November 2010

Edmund Müller - Erzgebirgische Kleinkunst-, Holz- und Spielwarenfabrik - Seiffen, Erzgebirge

  Wohnzimmer Mitte der 1950er Jahre

 






Die Detailfotos zeigen die aufwändige Holzverarbeitung der Miniaturmöbel.
Note the excellent craftmanship in wooden miniatures.



>Wohnzimmermöbel Ende der 50er Jahre

 

>TV und Radio mit Schiebetür 

- entweder TV...
TV and radio with a sliding door - either TV ...


...oder Radio.
...or radio.


 Edmund Müller - Erzgebirgische Kleinkunst- Holz- und Spielwarenfabrik - Seiffen, Erzgebirge

Die Erben des Gründers haben eine informative Webseite zusammengestellt, die ausführlich und mit vielen historischen Fotos über die Familiengeschichte berichtet. Sogar ihren >Produktkatalog von 1925 mit 16 Seiten haben sie online gestellt.
Puppenstubenmöbel stellten das Hauptsortiment zwischen 1915 und 1956.
"Im Mittelpunkt der obiger Abbildungen ist das Gesellenstück von Gunter Müller aus dem Jahr 1950. Darin kann man sehr gut die äußerst aufwändige Verpackung erkennen. Jedes Teil einer Puppenstube wurde mit Strick im Pappkarton an der richtigen Stelle angeordnet. So verpackte Möbel überstanden nicht nur lange Transportwege, sondern waren auch repräsentativ in jedem Geschäft.
Zudem wurden alle Polstermöbel für die Puppenstuben per Hand gepolstert und vernäht.
Die dokumentierte Firmengeschichte seit 1899 erklärt auch viele meiner Fragen zum Überleben eines kleinen Unternehmens zu Zeiten der Kriege, der Weltwirtschaftskrise oder der Planwirtschaft in der DDR.
Zum Beispiel erfährt man, warum ab 1959 kein Spielzeug und nur noch kunstgewerbliche Artikel hergestellt wurden. Ganz interessant zur Datierung der oben gezeigten Puppenmöbel, übrigens!
 Dolls' house furniture was the main focus of the product line >between 1915 and 1956.
"The journeyman's piece of Gunter Müller from 1950. The extensive packaging can clearly be seen. Each piece of a doll's room was arranged at its right place and fixed by string. These furniture packages survived long transport and were representable in every shop.
All upholstered furniture were fabricated manually." (Website)
The documented history since 1899 answers many of my questions concerning the survival of a company in times of war, depression and state-directed economy, e.g. why from 1959 on they did not produce any more dolls furniture but only arts and crafts products. Quite interesting for dating the furniture shown above!





Jedes Möbel passte auch perfekt in seine Zeit. So sieht man auf obigen Abbildungen ganz deutlich, welches Möbel z.B. in die 50-iger Jahre gehört und zu DDR Zeiten entstanden ist. So gab es u.a. auch eine Lizenzvereinbarung mit dem Staatsfernsehen zum Nutzen von Sandmannmotiven für die Fernsehmöbel."
Each piece of furniture represented perfectly the interior design style of its time. There even was a licence agreement with the state television about the use of the famous sandman on the dolls TV set.  
(Text der Webseite)


Auszüge aus der Geschichte der Firma, die die DDR-Zeit betreffen:
Extracts from the history relating to the GDR:

"1956
Nach 30 Jahren der vorerst letzter Besuch des Unternehmens auf der Leipziger Messe. Aus politischen Gründen ist es privaten Firmen nicht mehr möglich, unmittelbar Kontakt zu ihrem weltweiten Kundenstamm zu halten. Staatliche Betriebe wie DHZ und DEMUSA übernehmen jetzt den Absatz der Produkte."
After 30 years the last appearance on the fair in Leipzig for the time being. Political reasons prevent that private firms keep contact to their foreign customers. State enterprises like DHZ and DEMUSA take over the marketing.

"1960
Durch die zentrale Materialbeschaffung in der DDR sind die benötigten Roh- und Hilfstoffe immer schwieriger zu beschaffen."
Because of the central acquisition of material in the GDR the needed raw materials and intermediates are more and more difficult to obtain"

"1962
Nachdem die Puppenmöbelproduktion als Spielwarenindustrie eingestuft wird und deren Herstellung keinen Ertrag mehr bringt, kommt diese völlig zum Erliegen."
Dolls furniture is classified as toy industry and that production does not yield any more, it comes to a complete standstill.


"1986
Durch die Lohnklausel zwischen staatlichen Betrieben und privaten Handwerkern schrumpft die Mitarbeiterzahl auf drei Personen."
By the wage clause between state enterprises and private artisans the number of employees shrinks to three.

Ein toller Internetauftritt und eine schöne Wahrung der Tradition einer Firma und Familie.
A great website and a beautiful preservation of tradition of a company and a family.


 Sammlung Bruchsal

   Wohnzimmer 1



1954

Wohnzimmer 2





Wohnzimmer 3






Wohnzimmermöbel 4



Schlafzimmer



Kleinmöbel


Alle gezeigten Möbel sind aus den Fünfziger Jahren.
All shown furniture is from the Fifties.


Nicely illustrated report in English about >"Toymakers of the Erzgebirge" -
on page 16 (bottom) to 18 Ringo Müller, the great-grandson of Edmund Müller, is interviewed.

Kommentare:

  1. ¡Oh que recuerdos! Todo queda muy bien en tu casa. Me encanta.
    Besos Clara

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  2. Hallo Astrid,

    tolle Edmund Müller Puppenstubenmöbel.

    In meiner Sammlung befindet sich auch die TV-/Radiokombination. Ich finde sie einfach klasse. Außerdem noch der Barwagen und ein Fernseher mit Sandmannmotiv.

    Puppenstubenmöbel wurden leider nur bis 1962 hergestellt. Einfach schade!

    Herzliche Grüße von Sylvia.

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  3. Ich habe noch einen alten Originalkatalog von Edmund Müller, Erzgebirgische Kleinkunst-, Holz- und Spielwaren Fabrik Seiffen i. Erzgeb., (Sachsen).
    Er hat einen braunen Umschlag, 18 lose Seiten mit abgebildeten Puppenmöbel
    dschofer@t-online.de

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