Mittwoch, 2. Dezember 2015

DDR-Kaufläden - Shops made in East-Germany

Robert Schneider, Niederneuschönberg im Erzgebirge


1893 gegründet, nach dem 2. Weltkrieg staatliche Beteiligung.
 Niederneuschönberg, ein Örtchen etwa eine Kilomenter von Olbernhau entfernt, mit nur wenig mehr als 1000 Einwohnern.
Logo: RSN im Kreis

Founded 1893 in Niederneuschönberg in the Ore Mountains (East-Germany), after WWII partly owned by the state. The small town with less than 1000 inhabitants is only one kilometre away from Olbernhau, the location of VERO.
Logo of Robert Schneider: RSN in a circle

www.puppenhausmuseum.de

Sammlung Anna Setz


Evas Sammlung

Die Theke gehört nicht zu diesem Kaufladen.



C. Moritz Reichel


Musterzimmer von 1958

Schon 1952 waren die Kaufläden mit "Schnellwaagen und Registrierkassen" ausgestattet. Sie waren mit Marzipan-, Persipan- und Schokoladenfiguren, z.B. als kleine Brote geformt, gefüllt, die beispielsweise 1959 vom VEB Pralina hergestellt wurden.

www.puppenhausmuseum.de






VEB Seiffener Spielwaren






Linus Dähnert


 1950 Schulbuch "Die goldene Brücke"

Die Kinderkaufläden am Anfang der Fünfziger Jahre waren noch sehr am Design der Vorkriegszeit orientiert. Seit Jahrhunderten hatte sich daran nicht viel geändert:
Ein vorne und oben offener Holzkasten stellte den Laden dar, an der hinteren Wand waren Regale mit Schubladen, an den Seiten Vitrinen, offene Regale oder noch mehr Schubladen, in der Mitte des Raumes stand eine kompakte Theke und darauf oft eine Waage oder die Kasse.

At the beginning of the 1950s toy grocery shops had not yet changed their pre-war design. For centuries there had been the wooden box which was open in front and on top - presenting basically the shop. On the back wall were the shelves with the drawers, on the sides as well or alternatively shelves without drawers or glass cases. In the middle of the box/shop the counter took its important place sometimes with a set of scales and/or a cash box.

Linus Dähnert
 1951
Türen und Schubladen der Firma Linus Dähnert aus dem Erzgebirge konnte man schon seit Jahrzehnten an den Griffen erkennen, denn sie verzierte die Knöpfe mit einem kleinen Nagel und einer dekorativen Unterlegscheibe.


For some decades you could easily identify a Linus Dähnert door or drawer by its knob:
a nail decorated with a flat bead.

Sammlung Anna Setz
 1954

 1954
 Mitte der Fünfziger entwickelt sich die Architektur des Kaufladens in eine offenere Bauweise. Eine Seitenwand ist weggefallen. Die Basis ist auf dieser Seite abgerundet und auf der niedrigen Rückwand steht ein bunter Blumenkasten. Eine dekorative Vitrine lockert auch die hintere Schubladenwand auf.
Einige traditionelle Elemente sind geblieben. Hans, der von seiner Mutter zum Einkaufen geschickt wurde, steht vor dem kompakten Thekenklotz und muss der Verkäuferin seine Wünsche immer noch einzeln aufzählen. Sie wiegt noch viele Lebensmittel einzeln ab und verpackt sie dann. Während die Waage in der Vorkriegszeit bei Linus Dähnert keine Rolle spielte, wird sie in den Fünfzigern zum beherrschenden Element aller seiner Kaufmannsläden.

In the mid-50s the shops opened up and reached out to attract the customers:
more glass to look inside, more open shelves with mirrors instead of closed drawers, one side wall occasionally disappeared. 
 But still Hans is standing in front of the compact counter and has to tell the shop assistant every single piece of his shopping list. The shop assistant fetches each item and puts it on the counter, prior to that he has to weight many groceries and then put it in bags.
Placed on the counter the scales now play a dominant part in Linus Dähnert's toy grocery shops.

Evas Sammlung
1958 

Gegen Ende der Fünfziger setzten sich auch im Kaufladen filgranere Formen durch. Die Theke ist kein kompakter Holzklotz mehr. Sie steht nun leichtfüßig im Raum, ist an den Seiten durch Glaswände einsehbar und wird zur Ausstellung der Waren genutzt. Auch die Schubladen auf der Rückseite des Ladens stehen nicht mehr im Vordergrund. Den Platz nimmt jetzt eine riesige Vitrine ein. Noch wird die Ware aber für den Kunden oft abgewogen und so sorgt die riesige Waage für Spielvergnügen.
At the end of the decade the design became more sophisticated - e.g. the counter has ceased to be a heavy log of wood. 

Sammlung Katharina (oben)
1960   -   1973 

Linus Dähnert (DDR) bleibt bis zur Enteignung seiner Firma im Jahr 1972 seiner Linie treu. Er arbeitete bis zuletzt primär mit Holz und die Weiterentwicklung des Tante-Emma-Ladens zu Supermärkten mit Selbstbedienung spielte für seine Firma keine Rolle. Wir werden noch andere Hersteller sehen, die den Wandel des Einzelhandels schon in den Fünfzigern ins Kinderspielzeug umsetzten.
Up to the end the East-German firm Linus Dähnert sticked to their traditional principles of working mainly with wood. Interestingly enough they also completely ignored the dying of the shops around the corner. When the firm was eventually disowned and nationalized in 1972 there still was no supermarket on offer.

VERO




Puppenstube auf der einen Seite, Kaufladen auf der anderen Seite.


1972

A grocery shop on the front and a room box on the back - divided by a curtain.


Naschkatze


Standkaufladen "Naschkatze" - beide Schilder sind aus Holz und werden einfach eingehängt.
Schubladen und Theke sind aus Plastik.
Grocery shop "Naschkatze" - a cat who likes to pinch a bit. The two signs are hooked up on the back. Drawers and counter are made of plastic.

Originalkarton des Tischkaufladens



Hier wird einfach eine Rückseite auf den großen Ständer aufgesteckt, eine Holztheke ist auch dabei.
Das Gestell wurde wohl vom VEB Biggi in Waltershausen hergestellt, die diesen Verkaufsstand mit einem Dach im Programm hatten.

Albin Schönherr

1951-1952

unten: Sammlung Anna Setz

1952-1954
unten: www.puppenhausmuseum.de


Junge spielt mit Schönherr-Kaufladen - Mitte der 1950er



Schubert, E. Emil

Fabrik feinster Holzspielwaren, Grünhainichen (Erzgebirge)
1874 - 1970 (Verstaatlichung, danach Teil von VERO)

www.puppenhausmuseum.de


1954

 
Sammlung Borbeck - Der Laden ist gemarkt.


 Kaufläden aus der ehemaligen DDR
 Toy grocery shops made in East-Germany

Linus Dähnert OHG, Fabrik feiner Holzspielwaren, Wünschendorf (Erzgeb.)
Moritz Gottschalk, Fabrik für Holzspielwaren, Marienberg (Sachs.)
Max Hetze, Inh. Georg Kirsche, Seiffen (Erzgeb.)
C. Moritz Reichel, Holzwarenfabrik, Niederlauterstein (Flöhatal)
Robert Schneider KG, Holz- und Spielwarenfabrik, Niederneuschönberg (Sachs.)
Albin Schönherr, Holzspielwarenfabrik, Niederlauterstein (Flöhatal)
Herbert Sieber & Sohn "SISO", Schlema 2 üb Schneeberg (Erzgeb.)
Volksbetrieb Seiffener Spielwaren, VVB Land Sachsen Möbel, Holz, Leder, Seiffen (Erzgeb.)


 1951 produzierten und exportierten diese Firmen aus Sachsen Kaufläden nach West-Deutschland.

1 Kommentar:

  1. Ich finde das super interessant! Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass einige Elemente davon noch beleuchtet sind. So kommen sie ein wenig in den Vordergrund und sehen dementsprechend aus!

    AntwortenLöschen