Sonntag, 27. September 2026

Vollständiges 60er Jahre-Haus - 1966 Museum im Schloss Fußgönheim - Complet 60s house

  Selten, dass es ein selbstgebautes Puppenhaus aus den Sechzigern in ein Museum schafft
 - und durch moderne Technologie - Digitalisierung - können wir es alle bewundern.
   It’s rare for a made-at-home doll’s house from the 1960s to find its way into a museum
 – and thanks to modern technology – digitisation – we can all admire it.
 
 
 
 Terrassenmöbel von Bodo Hennig

Vollständiges 60er Jahre-Haus

 
 
 
 
 
 Bis 1966 entstandenes Puppenhaus zeigt die Wohnkultur der 60er Jahre in 2 Stockwerken.
7 Räume, eine Seite zeigt die Außenansicht, 
die andere Seite zeigt die vollständig gestalteten Räume von innen. 
Das Haus ist vollständig möbliert und beleuchtet.
 (Text: museum-digital:rheinland-pfalz)
 
 
 
  Foto von 1966
 
Was kann ich erkennen?
 Oben links sind Altmann-Sessel
und der Erna-Meyer-Junge sitzt wohl am Klavier.
Der Raum daneben soll wohl ein Kinderzimmer sein,
aber außer den Altmann-Sesseln und Lampen
kann ich leider nichts erkennen.
Die heutige Version im Museum zeigt,
dass sich noch ein Etagenbett darin befindet. 
Daneben dann ein Altmann-Schlafzimmer 
und ein Hennig-Bad. 
Im Erdgeschoss eine Crailsheimer-Küche mit Erna-Meyer-Mama, 
Das Wohnzimmer mit Caco-Oma im Hennig-Ohrensessel,
ansonsten ist die Einrichtung wieder von Fritz Altmann. 
Ganz rechts dann eine Kabel/Trafo-Abstellkammer. 
 What can I make out?
In the top left-hand corner are Altmann armchairs,
and the Erna Meyer boy is presumably sitting at the piano.
The room next to it is presumably a child’s bedroom,
but apart from the Altmann armchairs and lamps,
I’m afraid I can’t make anything else out.
The current version on display in the museum shows
that there is also a bunk bed in there. 
Next to that is an Altmann bedroom 
and a Hennig bathroom. 
On the ground floor, there’s a Crailsheimer kitchen with Erna Meyer’s mum, 
the living room with Caco’s granny in the Hennig wing chair,
and the rest of the furnishings are again by Fritz Altmann. 
On the far right is a cable and transformer storage cupboard. 
 
 
 
 
 Heutiger Zustand im Museum, 
mit ein wenig veränderter Einrichtung. 
  
Im Museumsbesitz ist auch ein Zeitungsartikel,
der von der Entstehungsgeschichte des Puppenhauses berichtet.
Der Titel der Zeitung ist unbekannt,
der Zeitungsausschnitt ist ebenfalls digitalisiert. 
 
  The current state of the dollhouse in the museum, 
with the interior layout slightly altered. 
  
The museum also holds a newspaper article
which recounts the history of the doll’s house.
The name of the newspaper is unknown,
and the newspaper clipping has also been digitised. 

 
 
Auszüge aus dem Zeitungsartikel von 1966
 
Termingemäß zur Bescherung fertiggestellt:
Ein Vater bastelte sein Mini-Traumhaus
400 Arbeitsstunden im Keller -
Perfektion bis zum Farbfernsehen - 
 
ix. Speyer. "Also, do stimmt doch was nit", 
sagte Christiane etwa seit Oktober,
seit Vater jede freie Stunde, 
jedes Wochenende im Keller verbrachte. (...)
Die große Überraschung steht ihr noch bevor.
Unter dem Weihnachtsbaum wird sie das heißersehnte Puppenhaus
finden, ein Minihaus, in das Vater alle seine Träume mit
unendlicher Mühe und Geduld hineingebaut hat:
zwei Stockwerke, vier Zimmer,
Küche und Bad, umlaufender Balkon und Terrasse,
von der Inneneinrichtung zunächst ganz zu schweigen. 

 
Baudaten:
700 Dachziegel aus orangefarbenem Kunststoff 
ausgestanzt, aufgerauht und aufgeklebt
Elektroleitungen unter Putz, 
Dachkandel mit Abflussrohr, 
großes Treppenhausfenster mit Buntglaseffekt
 
Der Erbauer Karl-Heinz Eyrich kaufte erst die Möbel und 
bestimmte die Größe der Zimmer nach deren Proportionen.
Der erste Entwurf entstand aus dicker Pappe 
und diese Teile waren die Schablonen für die Holzteile.
Alle Fenster sind Klappfenster und haben Metallrahmen, 
Übergardinen und Stores hängen an Leisten und sind auf Stangen verschiebbar.
 Die Böden sind mit Teppichen und Kunststoffplatten ausgelegt. 
Das große Blumenfenster hat Doppelscheiben und 
die blühenden Pflanzen wurden eigenhändig eingetopft.
Die Bettdecken sind aus grün-goldenem Brokat,
 die Kissen und "Plumeaus" aus der schweren Seide eines Brautkleides.
Es fehlen nicht die Paradiesschaukel 
und die französischen Gartenmöbel auf der Terrasse (Bodo Hennig), 
nicht die Puppenkinder im zweistöckigen Bett, 
nicht der Gasboiler oder der Eisschrank zum Öffnen in der Küche
 und nicht die Leselampe über den winzigen Büchern im Wohnzimmerschrank.
Der Clou ist das Musikzimmer mit einem Flügel,
der richtig spielt, wenn man eine Schraube bedient.
Restlos begeistert wird Tochter Christiane von ihrem eigenem Bild
auf dem farbigem Fernsehschirm sein,
der ein- und auszuschalten ist und mit Dias gespeist wird.
Selbstverständlich ist bei allen aufgezählten Rafinessen
das geschmackvoll ausgesuchte supermoderne Mobilar,
die Schwedenküche mit Eckbank,
das Wohnzimmer mit Polstergarnitur, Schrank und Sideboard,
die hellen Schlafzimmermöbel,
die harmonisch abgestimmte Einrichtung im blaugekachelten Bad.
Sessel in Pepita, geblümt und einfarbig
sind auf die einzelnen Zimmer verteilt,
und im Wohnzimmer wärmt über dem blauen Flausch 
ein "echter" Perser die Fußsohlen der Großmutter. 
 
 
 
 Excerpts from the 1966 newspaper article
 
Completed just in time for Christmas:
A father built his mini dream house
400 hours of work in the cellar –
perfection right down to the colour television – 
 
“Well, something’s not quite right here,” 
Christiane had been saying since October,
ever since her father had been spending every spare hour, 
every weekend, in the cellar. (...)
The big surprise is still to come.
Under the Christmas tree she will find the much-longed-for doll’s house,
a miniature house into which her father has built all his dreams
with endless effort and patience:
two storeys, four rooms,
a kitchen and bathroom, a wraparound balcony and terrace,
not to mention the interior décor. 
 
Construction details:
700 roof tiles made of orange-coloured plastic 
cut out, roughened and glued in place
Electrical wiring concealed in the plaster, 
a roof gutter with a drainpipe, 
a large stairwell window with a stained-glass effect
 
The builder, Karl-Heinz Eyrich, first bought the furniture and 
determined the size of the rooms based on its proportions.
The initial design was made from thick cardboard 
and these pieces served as templates for the wooden parts.
 
 
 
 Fotos aus einer Ausstellung des Museums von Wochenblatt-Reporter.de
 Photos from an exhibition at the museum
Keywords:  Puppenmöbel, Puppenherd, Puppenhaus, Puppen-Schlafzimmer
Link zu allen Museumsfotos dieses Puppenhauses
 
Siehe auch: 
 Städtisches Museum im Kornhaus Kirchheim unter Teck
 See also: 
 1970s-style dolls’ house

Source: museum-digital:rheinland-pfalz - Copyright Notice © HKK & unbekannt ; Licence: CC BY-NC-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/) 
Hinweise zur Nutzung und zum Zitieren des Museums
 
 

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