Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ausstellung - Moritz Gottschalk - exhibition

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Eine Sonderausstellung unter dem Titel
 "Puppenstuben aus Marienberg.
150 Jahre Spielwarenfabrik und 15 Jahre Schulstiftung Moritz Gottschalk"
 ist vom 29. November an im Museum sächsisch böhmisches Erzgebirge in Marienberg zu sehen.




Bereits 1865 gründete Ludwig Moritz Gottschalk eine Buchbinderei in Marienberg, verlegte sich aber bald schon auf Spielwaren aus gepresster Pappe und Holz. Die Firma stellte bis 1990 Puppenhäuser, Puppenstuben und -zubehör, Pferdeställe, Papiertheater, Militärspielzeug, Burgen und viele weitere Dinge her, die Kinderherzen zu allen Zeiten höher schlagen ließen - und noch heute sind die Spielwaren der Firma Moritz Gottschalk in Sammler- und Liebhaberkreisen gleichermaßen bekannt und begehrt.

Bis zum 29. März 2015 werden erstmals in Marienberg mehr als 50 Puppenstuben, Puppenhäuser und andere Objekte sowie eine Vielzahl an Puppenmöbeln und Zubehör der Sammlerinnen Ursula und Ulrike Knoll aus Marienberg gezeigt. Die Exponate der ehemals hier ansässigen Firma sind in den Jahren 1892 bis 1967 entstanden und geben so eine Querschau der mehr als 100 Jahre dauernden Produktion. 
(Pressetext)

 
For the first time the exhibition in Gottschalk's hometown Marienberg presents more than 50 dolls houses, room boxes and other objects made by the famous firm from 1892 to 1967.
The collectors Ursula and Ulrike Knoll live in Marienberg.


Die Fotos von der Ausstellung wurden mir freundlicherweise von der Organisatorin und Sammlerin Ulrike Knoll zur Verfügung gestellt.

Samstag, 13. Dezember 2014

Ein goldener Knopf - Rülke - a golden knob


 Ein klassischer 60er Jahre Schrank.
Warum sehen wir das sofort? Genau, die Beine sind verschwunden und damit die Leichtigkeit der Fünfziger. Einzig der goldene Knopf erinnert noch an die vergangene Zeit. Dieser Schrank steht fest und solide auf dem Teppichboden und bietet viel Platz: 
die Türen kann man öffnen, die mittlere Schublade unten aufziehen.

A 60s cabinet - no legs anymore,
the easiness of the 50s is replaced by solid weight in the livingroom.
The only reminder is the golden knob.
We also see its predecessors and its escorting seating furniture.

Einige Vorgänger und ein Nachfolger des Schrankes - was hat diese Auswahl gemeinsam?
Ein Detail - die Holzbücher.
Sie sind fast immer in Paaren von einer Farbe angeordnet, zwei gelbe neben zwei roten, zwei grüne neben zwei gelben, mal liegend, mal stehend.

Mein Schrank kam mit diesem Tisch und einem Zeitungsständer.


 Die typische Rülke-Vase ist jetzt aus Plastik. Einzig der Farn ist noch aus Papier und Draht. So bleibt es bis Ende der 60er, dann wird auch die Blume aus Plastik sein, doch die Form der Vase bleibt.


Meine Holzmöbel wurden von Plastikstühlen begleitet.
Doch welche Sessel passten dazu?
>>> Nagelsessel und Drehsessel >>>

 
 Die "Nagelsessel" - das Design ist noch typisch 50er.
Dazu gab es auch eine (seltene) passende Couch. Die Sessel wurden mit vielen verschiedenen Stoffarten in vielen Farben und Mustern bezogen.

 Sammlung Borbeck
Die Liege aus Holz passt auch zum Schrank. Sie gibt es in vielen Farben und Mustern.

Genauso wie die Drehsessel, die auch das Nachfolger-Schrankmodell mit den grünen Knöpfen gerne ergänzten. Aber dazu kommen wir ein anderes Mal.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Beistelltisch - 1967 Rülke - side table

Diese 3 Teile kamen zusammen in meine Sammlung:
Gummipuppe, Beistelltisch und Bodenvase.
Alle 3 gehören wirklich zusammen, wie sich später herausstellte.
Der kleine Tisch aus hellem Holz mit grüner bzw. gelber Plastikplatte sah sehr originell aus, deshalb wollte ich ihn gerne haben.
Ich habe ihn dann erst sehr viel später in einem Katalog aus der DDR gefunden:

Having identified an old side table
featuring a yellow and a light green plastic leaf
as part of a livingroom set made in 1967 by Hermann Rülke,
I found other pieces with this striking feature.


 1967 DDR Versandhauskatalog "Konsument"

Schrank, Liege und Stühle aus diesem Wohnzimmermöbelkarton habe ich alle schon gezeigt, jetzt also auch noch etwas Zubehör. Gerade diese Kleinmöbel und Originalkleinteile machen die Puppenstubenzimmer ja erst wohnlich.So ist in dem Karton auch eine Pflanze oben rechts zu erkennen, dieselbe wie auf meinem ersten Foto denke ich.

Eine kleine Zusammenstellung von Beistelltischen, die ich Rülke zuschreibe, wobei all die anderen Tischchen älter sind.

In diesen Schranktüren finden wir die beiden Plastikscheiben des Beistelltisches in den gleichen Farben wieder. Selbst ohne Kataloge stellte ich mein Tischchen sofort neben dieses Regal - leider passen sie durch die verschiedenen Holzfarben nicht zusammen.


 1958 "Kultur im Heim"

Hier sind 3 Modelle von Rülke, in denen die dünnen Plastikscheiben vorkommen, es fehlt nur noch eine Schrankvariante. Die Kommode hat die typischen Rülke-Röhrengriffe.



Freitag, 5. Dezember 2014

60er Wohnzimmer - Rülke - 60s livingroom

Die Sechziger Jahre bringen bei Rülke immer mehr Plastik mit sich - bis am Ende des Jahrzehnts viele Zimmer nur noch mit Plastikmöbeln ausgestattet sind. Nicht alle Puppenmöbelhersteller in der DDR sind diesen Weg gegangen, denn gerade im Erzgebirge war die Tradition der Holzverarbeitung jahrhundertealt und alle Maschinen und Kenntnisse waren auf diesen Werkstoff eingestellt.*


Sammlung Anna Setz

Ein Wohnzimmer mit wuchtigem Schrank aus Holz und mit zierlichen Polstermöbeln aus Plastik und stoffüberzogener Pappe, die eher nach Terrassenmöbeln aussehen.
Die runden Plastikgriffe zierten wenig später die Plastikmöbel von Rülke.

The sixties brought more and more plastic elements
into the furniture sets of Rülke - 
at the end of the decade most sets were made of plastic.
Not every manufacturer of dolls furniture in East-Germany
changed from wood to plastic.
The woodworking tradition in the Ore Mountains
had lasted for centuries and was not abandonned lightly.
Rülke was the firm that dared this technological change -
a part of the production was still made of wood though.

Es gab die Wohnzimmerschränke aber auch mit einem anderen Griff aus Plastik: 
dieser längliche Griff ist seltener zu sehen und wurde auch in Küchen oder Schlafzimmern verwendet, wie wir später sehen werden.

Today we see a variety of wooden cabinets
mostly with a strange white longish knob
accompanied by plastic chairs.




Auch hier werden die Holzmöbel von einer Plastik-Sitzgarnitur begleitet, die ich schon in vielen Mustern und Farben gesehen habe. Genauso wurde der Schrank immer wieder im Design variiert.



Auch ein Exemplar mit Holzgriffen ist dabei.


*Ein kleiner Exkurs für die geschichtlich interessierten SammlerInnen:
1971 - also vor der vollständigen Verstaatlichung - waren in der DDR noch 7 Firmen unter der Rubrik "Puppen- und Puppenstubenmöbel" im Messekatalog von Leipzig aufgeführt:
  1. Linus Dähnert, Fabrik feiner Holzspielwaren, Wünschendorf - Holzmöbel
  2. Paul Hübsch, Puppenmöbelfabrik, Seiffen - Holzmöbel
  3. Hermann Rülke, Spielwarenfabriken, Kleinhartmannsdorf - vorwiegend Plastikmöbel, aber auch noch Holzmöbel
  4. VEB Spielwarenwerke Schneeberg, Schlema (ehemals Sieber & Söhne) - deren Produktion kenne ich nicht
  5. Thüringer Spielwarenfabrik, vormals F.W. Freitag & Co. - hier wurden wohl vor allem Schaukelpferde hergestellt
  6. Ullrich & Hoffmann, Puppenstubenmöbel, Seiffen  - vorwiegend Holzmöbel, aber auch einzelne Plastikmöbel
  7. VERO, Olbernhau - Holz- und Plastikmöbel (erst seit 1971 in eigener Serie)

Montag, 1. Dezember 2014

50er Wohnzimmer - Rülke - fifties livingrooms

Nach Schränken, Liegen, Büchern, Sesseln , Fernsehern und viel mehr von Hermann Rülke
möchte ich noch einige schöne Wohnzimmer aus verschiedenen Sammlungen zeigen.

Having presented Hermann Rülke's cabinets, armchairs, chaise lounges, books , TVs
and much more
I am now showing you some beautiful livingrooms from different collections.





Freitag, 28. November 2014

Teiche für Puppenhäuser - Ponds for dolls houses


Ist es ein Teich?
Ist es ein Planschbecken, was in diesem alten Bilderbuch so deutlich in Szene gesetzt wird? Manchmal wird es in alten Wohnzeitschriften auch als Wasserbecken bezeichnet.

Wasser im Garten gab es von der Vogeltränke bis zum großen Schwimmbecken.
 Schon 1958 konnte man "fixfertige Eternitgefäße" in eine beliebige "Gartenpartie" einsetzen, mit ein paar Pflanzen umgeben und schon war der "netteste Wasserplatz" vorhanden, wie die Bausparer-Zeitschrift "Das Haus" schrieb. Sogar Plexiglas gab es schon für die Zierbecken im Garten und im Haus.


Welche Puppenhaushersteller hatten denn einen Teich als dekoratives Element in ihrem Programm?
Viele Albin-Schönherr-Häuser habe ich festgestellt, zwei Häuser von Bodo Hennig, einige VEB-Grünhainichen-Puppenhäuser. Die Plastik-Bungalows von Häfner und Krullmann gehören Anfang der 60er auch dazu. Von Moritz Gottschalk habe ich auch zwei Modelle gefunden.

Wer hat noch andere Häuser mit Wasserbecken?

Is it a pond? Is it a pool? A water basin?
Already in 1958 you could buy "readymade basins"
to install in any garden section,
surrounded by a few plants they would make
the "nicest water place"
 - quoted from a house and garden magazine. 
Which dollshouses of the 50s and 60s had a pool though?
Look what I found:

Hersteller: VEB Grünhainichen



Landhaus 1959


Constanza 1961
Nicht in allen Constanza-Versionen ist ein "Freischwimmbecken" enthalten, nur in "Constanza 2" - obwohl es eher wie ein Planschbecken aussieht.

Die beiden oberen älteren Häuser haben wohl dasselbe Teichmodell.

Libelle um 1961

Dieser Teich ist ein Rätsel für mich. Auf einem Katalogfoto von 1961 hat das Haus keinen Teich - da hat es aber auch keine Treppe zur Dachterrasse. Es gab also mindestens 2 Versionen von Libelle. Diese Version mit Treppe habe ich erst zweimal gesehen, dieses Foto stammt aus der Sammlung www.puppenmuseum.de
Diese beiden Exemplare habe beide einen Teich - aber beide einen anderen. Dieser Teich hier sieht aus wie der aus meinem Bungalow von Albin Schönherr, in dem anderen Haus war ein goldener Teich aus Modelliermasse oder Plastik, also vielleicht ein Selbstanfertigung.


Hersteller: Bodo Hennig 

 

1958


Sammlung Gronau/Sauerland

1959


Hersteller: Moritz Gottschalk


Pappe
Sammlung: www.puppenhausmuseum.de


Bungalow mit Plastikbecken


Hersteller: Albin Schönherr





um 1964


Aus: "Kultur im Heim"
1964
Sammlung Borbeck


Sammlung Borbeck


Hersteller: VERO



1966
derselbe Teich wie bei Albin Schönherr - es gab sie in blau und gelb


Hersteller: Häfner und Krullmann


 1963

Hier ist das Wassserbecken etwas größer, die Dusche und die Leiter weisen darauf hin, dass hier geschwommen wird, ein Schwimmbecken also.

 

1956