Montag, 17. Juli 2017

1950er HO Lebensmittelladen - 1950s East German shop


aus meiner Sammlung


HO Lebensmittel

HO-Läden, Abkürzung für Handelsorganisation,
waren DDR-Kaufläden in staatlicher Hand.
Mein Kaufladen könnte selbstgefertigt sein,
es gab ja so viele begabte Väter und Großväter damals.
HO shops, abbreviation for trade organization,
were nationalized East German shops.
My shop could be self-made,
there were so many talented fathers and grandfathers back then.

aus meiner Sammlung

aus meiner Sammlung
 
In meinem Kaufladen sind Verkäufer und Kundinnen alte Quietschpuppen aus Weichplastik.
Old soft plastic dolls as seller and clients.

aus meiner Sammlung
 
aus meiner Sammlung
 
Selbstgemachte Obst-Dekoration aus Modelliermasse.
Selfmade decoration as well.
 
 
Fotos von HO-Lebensmittel-Geschäften 
aus dem
DDR-Postkarten-Museum:
 
 

aus meiner Sammlung
 
"HO um des Friedens willen - Deutsche an einen Tisch"
Die HO-Werbeschilder sind Streichholzschachtelbilder.
The HO posters are covers of matchboxes.


aus meiner Sammlung
 
"HO - gut bedient - gut gekauft"
"HO - well served - well bought"



1954 Schilling, Dekorationsfibel. Leipzig
 


 
aus meiner Sammlung
 
Die Rückseite mit großen Schubladen und viel Stauraum unter der Theke.
The backside of the shop with large drawers on the right.

aus meiner Sammlung
 
Der Papierabroller neben der Theke.


aus meiner Sammlung
 
Da der Laden doch selbstgefertigt ist,
konnte man die Griffe und Schilder für die Schubladen wohl kaufen.


 1954 Schilling, Dekorationsfibel. Leipzig



  1954 Schilling, Dekorationsfibel. Leipzig


In den Fünfziger Jahren waren die Kaufläden in der DDR 
meist noch nicht auf Selbstbedienung umgestiegen.
In einem Werbeflugblatt der "HO Selbstbedienung - Anger 32" (in Erfurt?)
wird vor 1958 für die Selbstbedienung mit folgendem Text geworben:

Bitte bedienen
Sie sich selbst!
Recht sonderbar, nicht wahr? 
Bis jetzt sind Sie doch immer von einer netten Verkäuferin bedient worden
 - aber wozu das noch -
Mit dem Körbchen in der Hand..
treten Sie ohne Hemmungen an das Warenregal heran, 
greifen nach den gewünschten, stets gut verpackten Waren
 - und immer hinein in den Korb. 
Ganz einfache Sache, nicht wahr? 
Bis auf das Zahlen - aber das muß ja nun auch sein. 
Die Kassen erwarten Sie am Ausgang.
S i e  s p a r e n  Z e i t  -  
Sie brauchen nicht zu warten!
Was sagen Sie nun, sollte Ihnen diese Art des Einkaufs nicht Freude bereiten? 
Versuchen Sie es doch einmal!
Wir erwarten Sie noch heute!


Quelle: Silke Rothkirch "Moderne Menschen kaufen modern". 
In: Wunderwirtschaft. DDR-Konsumkultur in den 60er Jahren. 
Hg. Neue Gesellschaft für Bildende Kunst. Köln, Weimar, Wien 1996. S. 112-119



"Kaufläden aus der ehemaligen DDR"
 
 

Wir kaufen ein - We go shopping






Wir kaufen ein - We go shopping



Ein Spiel mit großen und kleinen Spielkarten.
Hier die Bäckerei-Karte
A game with large and small picture cards.
The bakery card 

 1954 Schilling, Dekorationsfibel. Leipzig


HO Fleischwaren



HO Marktstand
 


Konsum




Einzelkarten für das Kinderzimmer



Wohnzimmerkarten



Haushaltswaren



Kinderkleidung



aus meiner Sammlung

Die westdeutsche Baps-Puppe ist genau in derselben Mode gekleidet 
wie die Hausfrau auf dem ostdeutschen Spiel. 
Sogar die Haarfarbe ist dieselbe!
The West German Baps doll is dressed in exactly the same fashion
 as the housewife on the East German game.
 Even the hair colour is the same!

aus meiner Sammlung

aus meiner Sammlung

aus meiner Sammlung

Puppenstuben- und Theaterpuppen - Baps - Dollhouse dolls and puppets




Spielkaufläden aus der frühen DDR-Zeit

East German toy shops of the fifties



aus meiner Sammlung
 
Lebensmittel - Grocer



aus meiner Sammlung

Selbstbedienung - Self service
 
 

Alle Fotos, die mit "aus meiner Sammlung" gekennzeichnet sind:
 Creative Commons Lizenzvertrag


Freitag, 7. Juli 2017

Eis - Ice cream

Da kommen Kindheitserinnerungen hoch:
ich kann mich an keine Zeit erinnern,
in der ich nicht eine Lieblingssorte Eis von Langnese hatte. 
Fond childhood memories of my all time favourite ice cream brand "Langnese".



1964 Langnese Werbung



 1964 Kibri Kaufladen-Werbung mit "Eis am Stiel"
Verkaufsständer aus Pappe






"Neue Kaufladenartikel, links Langneseschale und Molkereiartikel auf Karte.
New articles for play markets, ice bowl and dairy products on card."
Werbung für Kauflädenartikel
1969 Langnese Eiskrem von J.J. Landmann, München.





Koho-Eisstand
Koho Icecream booth
 
Koch & Hofmockel, Nürnberg
Kaufladenartikel mit Süßwarenfüllung,
Plastik-Bonbongläser, Plastik-Flaschen,
fahrbare Verkaufsstände




Auch mit kleinen Plastikpuppen aus dieser Zeit kann man den Eisstand dekorieren.
Small plastic dolls of an unknown firm.



Sammlung Anna Setz

Den Eisstand gab es in verschiedenen Versionen.
The icecream booth with 6 flavours.


 

Auf der Rückseite ist der kleine Eisstand gemarkt
KOHO
gesetzlich geschützt
mit einer Zeichnung von einem Bonbonglas.
The drawing on the back, a sweets glass with KOHO written on it
(=Koch and Hofmockel)

1952

KOHO 
bedeutet
Koch & Hofmockel
Kinder-Kaufladenartikel
Nürnberg

siehe auch:  also look at:




Später, als immer mehr Haushalte einen Tiefkühlschrank besaßen,
gab es auch eine Gefriertruhe für das Eis im Kaufmannsladen.
Mit "Zarter Schmelz" warb das Unternehmen ab 1971.
Later - when more and more families had a freezer -
 a chest freezer was added to the mini supermarket, too. 
The logo on this one was first used in 1971.



Ständer von 
J.J. Landmann, Nürnberg
 




Eco = Eberlein & Co.
Butterpakete und Eis am Stiel aus späteren Jahren.
Butter and Icecream from later years. 
 


1984 Kiosk Playmobil
Langnese Cornetto Eis



Der Blogbeitrag ist von mir stark gekürzt worden, im März 2024, 
da Google Fotos viele meiner alten Fotos
 als nicht gesichert eingestuft hatte und sie deshalb nicht mehr anzeigte.
 
 
  Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
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Donnerstag, 15. Juni 2017

Plastikmöbel - Hermann Rülke - Plastic furniture


Ein Esszimmer ganz aus Plastik - 
am Ende der Sechziger wird Holz von der Firma Rülke nur noch selten verwendet.
A plastic dining room set by Rülke. 
Wooden dollhouse furniture was rarely made by Rülke at the end of the sixties.



Die Vase ist aus Plastik, aber die Blume nicht.
Plastic vase with wired paper flower. 
 



Es ist noch immer dieselbe Dekoration wie einige Jahre zuvor.
Still the same design as some years before.


1969 "Spielzeug von heute"



Die geknickte Rückenlehne als Designelement.
Plastic chairs by Rülke - with a flexed back.




Noch mehr Rülke-Sessel-Modelle, ab 1972 VEB Rekord,
ab 1981 VERO.
More Rülke armchairs from the sixties and seventies.



Karton aus der zweiten Hälfte der Sechziger von Rülke. 
Rülke box from the second half of the sixties. 



Noch ein Karton aus der zweiten Hälfte der Sechziger, 
überwiegend mit Plastikmöbeln von Rülke. 
Another Rülke box with drawings of plastic furniture.






Schaukelstuhl - rocking chair




1967 konnte man im DDR-Versandhauskatalog "Konsument"
 eine komplette Puppenhauseinrichtung kaufen.
 Terrasse und Küche waren aus buntem Plastik, 
das Wohnzimmer war aus Holz und Plastik 
und das Schlafzimmer war noch ganz im Fünfziger-Jahre-Stil 
und damit komplett aus Holz.

In 1967 an East-German mail order catalogue
 offered four sets of rooms for a dolls house. 
The plastic kitchen was very modern compared 
to the old-fashioned wooden bedroom.



Etwas irreführend ist das Logo auf den Möbelkartons
 nach der Verstaatlichung 1972.
Es bleibt  nämlich gleich.
Nur steht das "R" nun für "Rekord".
Der neue Name wird aber nicht genannt.
VOR 1972 steht neben dem Logo 
"Hermann Rülke KG
Spielwarenfabriken".
Das heißt nun für uns zur zeitlichen Einordnung:
der grüne Möbelkarton wurde zwischen
1972 und 1980 hergestellt. 
Der blaue nach 1981.
 The logo on the furniture boxes
after nationalisation in 1972 is somewhat misleading.
It remains exactly the same.
It’s just that the ‘R’ now stands for ‘Rekord’.
However, the new name is not mentioned.
BEFORE 1972, the text 
“Hermann Rülke KG
Spielwarenfabriken”
appears next to the logo.
This helps us to date it:
the green furniture box was manufactured between
1972 and 1980. 
The blue one after 1981.
 


Eine Verpackung des VEB Rekord
 
 
 
Rülke aus Kleinhartmannsdorf war bis 1989 ein Teil von VERO,
 doch nach der Wende gelang es der Familie tatsächlich, 
die Firma wieder erfolgreich zu übernehmen und weiterzuführen. 
Deshalb gibt es noch heute die

Rülke GmbH
Dorfstraße
D-09575 Eppendorf/OT Kleinhartmannsdorf

Zitat von der Homepage:
"In Kleinhartmannsdorf gründete Carl Herrman Rülke 1887 das Familienunternehmen. 
Seit diesem Zeitpunkt werden hier Puppenmöbel liebevoll gestaltet. 
Mit handwerklichem Geschick und Geschäftssinn entwickelte sich Rülke Holzspielzeug 
zu einem zuverlässigen und leistungsfähigen Unternehmen. 
Es befindet sich heute in vierter Generation in Familienbesitz."

Die Jahre 1972-1989 werden hier großzügig übergangen...

In 1989 East-Germany collapsed and disowned firm owners
 could get their property finally back. 
The family Rülke really succeeded in reviving their old toy firm and still exists. 
On their homepage they proudly write about being a family run enterprise since 1887 
- not even mentioning the years between 1972 and 1989 when the state had turned them out.
 



Eine weitere Verpackung des VEB Rekord
 

Hermann Rülkes Spielzeugfabrik war eine der traditionsreichen Firmen der DDR, 
wie viele andere hatte es sie schon vor dem 2.Weltkrieg gegeben.
 Im Sozialismus wehrte auch Rülke sich erfolgreich gegen die Verstaatlichung 
 und wurde im staatlichen Branchenblatt "Spielzeug von heute" 
wegen seines Designs von Puppenmöbeln gerade um 1970 sehr gelobt.
Das Ende kam für alle noch selbstständig produzierenden kleinen Firmen dann ganz plötzlich:
 ab 1972 Verstaatlichung und diesmal gab es keine Ausnahme. 
 
 

1970er/1980er
nach der Verstaatlichung 

Hermann Rülke's traditional dolls furniture factory 
was one of the firms which had been very successful before WWII. 
They struggled through socialism not quite as successfully but they survived.
 Around 1970 they had a highly acclaimed range of products
 which was mentioned full of praise in the national journal for the toy industry.
The end of all still (partly) privately owned firms came suddenly: 
from 1972 nationalisation and this time there was no exception.
 
 
 
 Eine weitere Verpackung des VEB Rekord
 
 
 
 
 "VEB Rekord Spielwarenwerk Kleinhartmannsdorf" 
ab 1972 
Hier steht der neue Firmenname sogar auf dem Kühlschrank.
 
 
 1972
Zwangsverstaatlichung des Familienbetriebs,
in 9 Tagen musste die Inventur durchgeführt werden,
150 Beschäftigte.
Firmeninhaber Johannes Rülke wurde Betriebsdirektor des neuen
VEB Rekord - Spielwarenwerk ab 1972
VEB VERO Olbernhau, Olbernhau ab 1981.

Forced nationalization of the family business,
in 9 days the inventory had to be done,
150 employees,

company owner Johannes Rülke became manager of the new 
"VEB Rekord Spielwarenwerk Kleinhartmannsdorf" .
1981 the nationally owned firm merged into the larger VEB VERO Olbernhau.

- 20.3.2026 zuletzt überarbeitet
- updated
 
 
 
Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
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