Samstag, 5. Juli 2014

Montagemöbel für Kinder - PEBE 1971 - construction set for children



Montagemöbel für Kinder - PEBE 1971 - construction set for children


1973 Spielzeug von heute

Ein Steckprogramm zum spielen aus der DDR 
- die Firma Paul Bernhardt aus Bad Kösen
Logo PEBE, war damit sehr erfolgreich. 
Einige Baukästen zielten direkt auf die Mädchen, 
denn man konnte Puppenzimmer bauen, 
in der modernen Mobilbauweise, 
so wie die Möbel in den Plattenbauten wirklich aussahen.
Für weitere Informationen über die Firma
---> PEBE-Archiv
for more information on the East German firm 
that was very successful with its construction kits. 
The dolls' furniture kits were for girls of course
 and look really nice in dolls houses of that time.

Die anderen Bauanleitungen für Möbel findet man
---> PEBE Möbel/Furniture sets
More manuals



I have this kit and built a wall unit.


Mit diesem Baukasten und der Anleitung habe ich 
eine schöne zeittypische Schrankwand gebaut, 
die auch gut in einen VERO Bungalow aus dieser Zeit passt.



Gestaltungsbeispiele für die Wohnzimmerschrankwand.

Weitere Beispiele aus "Spielzeug von heute"




 



Die Caco-Biegepuppen passen auch zu diesem Maßstab.


The label on my box.


1971 "Spielzeug von heute"

Aus demselben Jahr stammen die Fotos von ähnlichen Anbauwänden in der DDR, 
die ideal für die kleinen Wohnungen in den Plattenbausiedlungen waren.
  Photos of similar wall units made in the GDR designed by the Bauhaus successor Deutsche Werkstätten Hellerau in Dresden. 

 1971 Kelm, Produktgestaltung

Dienstag, 1. Juli 2014

Biegepuppen - Baps - posable dolls

 Hilde Bartel - Baps-Biegepuppen - Lass uns Puppen machen

The English version of this article was published in
by diePuppenstubensammlerin (June 2014)




Die Geschichte der Baps-Biegepuppen ist in Marcie Tubbs fantastischem Buch
 "Dollhouse and Miniature Dolls" auf den Seiten 195 bis 199 beschrieben, 
 illustriert durch viele schöne Fotos.
 In ihrem Buch wird Edith von Arps als die Erschafferin der Baps-Puppen dargestellt
 - aber das ist nur die halbe Geschichte.
Der Markenname "Baps" weist schon auf die zweite Beteiligte an der kleinen Firma hin:
das "Ba" steht für Hilde Bartel, das "ps" für Edith v. Arps.


Als ich vor einiger Zeit einige dieser Puppen kaufte, 
sandte die Verkäuferin mir freundlicherweise auch
zwei alte, sehr aufschlussreiche Zeitungsartikel. 
Über die Geschichte der Puppen erfährt man 
im folgenden Bericht besonders viele Einzelheiten:

Morning News - Women's Editor vom 17.04.1980

Deutsche Baronin auf ihrem ersten Besuch im Süden (der USA)

von Frances Ellis
Eine klassische Geschichte von der Rettung eines hungernden Künstlers. Erzählt von der 86jährigen Baronin Edith Von Arps aus München, Deutschland:
"Als ich aufwuchs hatten meine Eltern viele Besitztümer in der Nähe von Berlin. Ich hatte eine französische Gouvernante und ein englisches Kindermädchen. Während des Zweiten Weltkriegs gab meine Schwester eine große Party und ich lernte Hilde Bartel, eine Künstlerin, kennen. Sie und ihre verstorbene Mutter hatten Puppen hergestellt. Hilde war sehr niedergeschlagen. Ich bot ihr an, ihre "Mutter" zu sein, und ihr zu helfen. Da die Russen voraussichtlich nach Berlin kommen würden, schlug ich vor, in Richtung Westen zu fliehen, den Amerikanern entgegen. Ich dachte daran, eine Sprachschule zu eröffnen (Edith von Arps beherrschte 7 Sprachen), aber Hilde sagte:
 'Lass uns Puppen machen.' "
Die Baronin wandte sich in München an ein Büro der Militärregierung, wo die Rezeptionistin sie für eine Hausiererin hielt, aber der diensthabende Colonel sah sich ihre mitgebrachten Puppen an, erklärte sie zu Kunstwerken und half ihr. Er lud sie zum Kaffee ein, kaufte während dieses Treffens selbst für 400 Mark Puppen von ihr und seine Gäste nahmen ihr für weitere 700 Mark Puppen ab. So begann der Erfolg der neuen Firma.

Dieser Artikel geht nicht auf die Blütezeit der Firma in Burgkunstadt ein, die mit dem Tod der Puppenkünstlerin Hilde Bartel im Jahr 1972 endete.
Zur Zeit dieses Interviews - 1980 - bemalte der Künstler Arnold Vals die Gesichter der Puppen. Er war der adoptierte Sohn der Baronin und sagte ausdrücklich:
"Wir importieren immer noch in alle Welt."
Dann beschreibt die Journalistin die Puppen wie folgt:
Die Puppen sind nicht mehr als 2 oder 3 Inches groß (1 inch = 2,54 cm), aus Draht hergestellt, mit Gesichtern aus Leinen und Baumwolle und haben Bleifüße, damit sie stehen können. Ihre Kleidung ist ebenfalls handgemacht. Darunter sind Lieblinge wie Little Miss Muppet with the Spider, Chimney Sweep, Goldlöckchen und die drei Bären, Der Gestiefelte Kater, Rotkäppchen, Winnie Puh und Pinocchio.
(Übersetzung von mir)


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1959 Spielwarenmesse Nürnberg
"Frl. Hilde Bartel" ist auch am Messestand anzutreffen.

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Der zweite Artikel springt in das Jahr 1993, auch Edith von Arps ist seit zwei Jahren tot. Die Lokalzeitung berichtet anläßlich einer Baps-Puppen-Ausstellung im Rathaus von Burgkunstadt:

Obermain-Tagblatt vom 14.05.1993, Lokales, Seite 21

"Baps-Puppen in aller Welt bekannt"

Die beiden ungleichen Damen Edith von Arps (1894-1991) und Hilde Bartel (1890-1972) bauten sich in der Nachkriegszeit am Gutshof an der Abzweigung nach Ebneth eine gemeinsame Existenz auf.
Hilde Bartel, eine Malerin, die mit enormem Fleiß immer neue Puppen entwarf, verkaufte bereits in Berlin die Vorläufer der späteren Baps-Puppen. Sie erzählen von Freude und Leid des Wirtschaftswunders, von Reiselust und anderen Träumen. Märchenpuppen, wo die Hexe und der Wolf zum Anfassen und nicht zum Fürchten gedacht waren. Trachtenpuppen , die als Botschafter in aller Welt von dem Wandel erzählten, den Nachkriegsdeutschland erleben durfte.
Edith von Arps hatte die Verantwortung für den großen Betrieb. Hilde Bartel wäre ohne ihre geschäftstüchtige Partnerin den sicheren Hungertod gestorben, da sie lieber Gedichtbände als Geschäftsbücher las. Edith von Arps war es gelungen, einen Eisenbahnwaggon voller Habseligkeiten aus den Kriegswirren und der Flucht zu retten, die es ermöglichten, einen neuen Hausstand zu gründen und die kleine Firma zu gründen.
Die Puppen zeugen vom Pioniergeist zweier Frauen, die aus Lumpen märchenhafte Puppen schufen, die in die ganze Welt exportiert wurden.
1964 setzte sich Edith von Arps in München zur Ruhe. 1976 fand sie Arnold Vals als Nachfolger für ihre Puppenproduktion. Vals erkrankte zehn Jahre später schwer und stellte die Produktion wieder ein.

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Hier nun die Fotos der Hilde-Bartel-Puppen aus der Berliner Zeit, 
bevor sie mit Edith von Arps in den Westen floh. 
Materialien: mit Faden umwickelter Drahtkörper, Stoffbekleidung,
 Haare aus Garn, bemaltes, textiles Gesicht und Metallschuhe.



Mädchen im Nachthemd(?), Pyjama (?) und Badeanzug



Gärtner und Koch
 



Mädchen in Kleidern der Gründerzeit



Theaterpuppen (?) oder Märchenpuppen



Diese Puppen sind etwas größer und haben sogar hervorstehende Nasen.






Eine Witwe oder die Königin der Nacht ?



Feen, Elfen oder auch Theaterpuppen?



Sind die Jungen in Schuluniformen gekleidet?




 
Anzeige
1958
In dieser Anzeige werden "Biegepüppchen für Puppenstuben" als Neuheit bezeichnet.

Rebecca hat für die Online-Puppenhaus-Zeitschrift
Dolls House Past and Present
meinen Artikel übersetzt,
siehe oben,
und dabei noch mehr Fotos hinzugefügt.




Diese elegante Dame fällt etwas aus der Reihe,
 denn sie stellt nicht die typische Hausfrau und Mutter dar.
This elegant lady is very special because normally
 dollshouse women are dressed as housewives.








Sammlung Ratingen


Sammlung Ratingen
 
Keine typische Puppenstubenpuppe, dieses Blumenmädchen.
Not a real dollshouse doll this flower girl.



Hilde Bartel gestaltete auch Trachtenpuppen...
Hilde Bartel also created dolls in national costumes...


... und historische Puppen...
... and historical dolls...

Sammlung Ratingen

Alle gezeigten Puppen sind um 1960 entstanden.
 All dolls were made around 1960.


Beitrag von 2012

 


Auf dem obigen Foto ist meine komplette Sammlung von Baps Biegepuppen zu sehen:
 2 Stück. Die Kleidung ist aus Filz, die Schuhe aus Metall.
The photo above shows my entire collection of Baps posable dolls: 2 items. 
Clothes made of felt, shoes made of metal.


Von wem, wann und wo wurden diese seltenen Püppchen hergestellt?
Edith von Arps stellte sie nach dem 2. Weltkrieg 
bis in die 50er Jahre in Burgkunstadt in Oberfranken her.
 Sie wurden nicht so bekannt wie die Biegepuppen von Erna Meyer, 
ähneln ihnen aber sehr im Stil.
By whom, when and where these rarely found dolls were manufactured?
They were made by Edith von Arps during the 1940s and 1950s near Nuremberg, Germany. 
They did not have the success of Erna Meyer's posable dolls although they look quite similar.


Ich habe nur zwei Hinweise in alten Zeitschriften auf ihre Puppen gefunden, 
1957 wird sie unter den Neuheiten zur Messe erwähnt, 
weil sie "eine hübsche Serie Trachtenpuppen" gezeigt hatte. 1953 wegen ihres kleinen Puppentheaters:
"Die Nürnberger Puppenspiele "Baps", 
das kleinste Haustheater. 
on unsichtbarer Hand an einem Stab - Ditsch genannt -
 in einer den Bühnenboden geschnittenen Bahn durch einfachste Handhabung geführt,
 spielen die kleinen Püppchen Theater.
 Eine Anzahl von Spielfiguren ermöglichen immer wieder neue Kombinationen im Spiel. 
Edith von Arps, Burgkunstadt i. Ofr.
Hier sieht man das kleine Theater in einem Auktionsfoto.

I only found her mentioned in old magazines in 1957 
announcing a new series of dolls in traditional costumes 
and 1953 promoting her small doll theatre 
in which her fairy tale dolls were moved on a stick.
Here you see the little theatre on an auction photo.

Ich habe mich länger mit der Uniform meiner Puppe beschäftigt, 
denn nachdem ich die wenigen Informationen über Edith von Arps gelesen hatte und gesehen hatte, 
dass sie die in ihrer Heimatstadt stationierten Soldaten aus Amerika mit Puppen versorgte,
 vermutete ich,
 dass meine Puppe wohl eine Soldatin darstellen sollte. 
Also studierte ich im Internet die einschlägigen Seiten, 
fand viele interessante Fakten und Fotos, sah auch viele ähnliche Frauenuniformen - obwohl Schwarz-Weiß-Fotos ein kleines Problem bei der Suche nach einer blauen Uniform sind - ich fand sogar noch mehr wunderschöne Frauenpuppen in Uniform - aber keine stimmte mit meiner überein.
 Ich gab noch nicht auf und besorgte mir zwei Bücher darüber, leider ohne Erfolg.
 Jetzt kann ich beim Lüften dieses Geheimnisses nur noch auf Kommissar Zufall hoffen
 - aber spannend war die Suche trotzdem.

I wondered a lot about the uniform of my Baps doll. 
From all I read about Edith von Arps I assumed that she clad the dolls according
 to the wishes of her customers - 
that means American soldiers stationed in her home town who bought dolls in fairy costumes or different German traditional costumes. So my lady most likely wears a woman soldier uniform.
I studied websites about women in arms during and after the II.World War, 
American and British, and I read so many interesting facts and stories,
saw many similar uniforms -
 just a little problem with the mostly black and white photos -
 I even found more wonderful cloth dolls in uniform - 
but none of them was exactly like the one of my doll: 
neither the Women's Royal Naval Service (WRNS) nor the Auxiliary Territorial Service... 
I got curious and even ordered two books about women at arms but I was not lucky either. 
Does anybody of my readers recognize the uniform by great chance?
 
 
 
  Wenn nicht anders gekennzeichnet, sind alle Fotos aus meiner Sammlung und können wie folgt weiterverwendet werden:
 Creative Commons LizenzvertragdiePuppenstubensammlerin
 

Freitag, 16. Mai 2014

C. Moritz Reichel


Die Holzspielwarenfabrik C. Moritz Reichel 
aus dem Erzgebirge gab es seit 1883 und erst 1972,
 mit der Enteignung aller noch bestehenden mittelständischen Betriebe der DDR, 
wurde sie aufgelöst.
The toy factory C. Moritz Reichel in the ore mountains existed from 1883 to 1972
 when it was nationalized by the East German Government
 like all still existing privately owned companies.


 Puppenstube mit Dachterrasse - 1957 C. Moritz Reichel - Room box with roof terrace  

1958 feierte die Firma C. Moritz Reichel ihr
 75jähriges Bestehen mit einer Erinnerungschrift.
Das Dorf Niederlauterstein im Erzgebirge,
 an dessen Fuß die Ruine der Burg Lauterstein stehe,
habe neben Olbernhau, Seiffen und Grünhainichen auch Anteil 
am guten Ruf des erzgebirgischen Spielzeuglandes.
 
Am 18.2.1883 begann Carl Moritz Reichel in einem einstöckigen Häuschen
 mit der Herstellung von Holzspielwaren.
Ein großes Drehrad übertrug die Muskelkraft
 des Menschen auf die Kreissäge. 
5 bis 6 Mann halfen dem Gründer bei der Arbeit. 
 
1888 waren es schon 10 Personen, 
der Antrieb erfolgte nun durch eine Dampfmaschine mit 2 PS. 
Die Dampfmaschine wurde in den folgenden 26 Jahren
 viermal gegen eine stärkere ausgewechselt.
Die Beschäftigtenzahl stieg bis Beginn des 2.Weltkriegs auf 75.
 
1914 besitzt die Firma eine 70 PS starke
 >>>Lokomobile (eine Dampfmaschinenanlage). 
Schon 1912 sorgte eine eigene Lichtmaschine
 mit Akkumulatoren für Strom, 
und seit 1940 ein eigener Drehstrom-Generator.
Die "technische Vervollkommnung" erreichte der Betrieb nach dem 2.Weltkrieg
 z.B. 1946 durch den Einbau eines Walzenvollgatters
 (automatische Sägevorrichtungsanlage) 
und 1957 durch eine künstliche Holztrocknungsanlage.
 
 1958 hat die Firma 62 Mitarbeiter.

 
Der Gründer Carl Moritz Reichel übergibt 1924 den Betrieb an seine Söhne Max und Ewald. 
Die beiden sind zur Zeit der Erinnerungsschrift die Inhaber, 
der Betriebsleiter ist seit 1948 Gottfried Reichel, der Sohn von Max Reichel.

Zur Produktion
Die Firma blieb sich in Bezug auf ihre Artikel treu, 
nur die Ausführung wurde je nach Zeit angepasst.
Die Kaufläden und Puppenhäuser waren immer 
naturgetreue Nachbildungen modernster Bauweise. 
Die Fichte - der  Baum des Erzgebirges - liefert das Holz.
Das gute Einvernehmen zwischen der Belegschaft und der Betriebsleitung wird stark betont, 
z.B. durch den Hinweis, dass die Stammbelegschaft während
 der vergangenen 75 Jahre immer vor langfristiger Arbeitslosigkeit bewahrt wurde.

Bis 1920 wurden die Waren zum Verleger 
nach Grünhainichen und Olbernhau geliefert, 
in etwa fünfstündigem Fußmarsch durch
 die Frau des Gründers mit Tragekorb auf dem Rücken.
Im Frühjahr 1920 war die Firma zum ersten Mal
 auf der Leipziger Messe vertreten, 
sie gehörte auch zu den ersten Ausstellern im Messehaus "Petershof", 
wo sie noch "heute" (d.h. 1958) regelmäßig ihren Stand bezog. 
Der Betriebsleiter selbst vertrat die Firma auf der Leipziger Messe
 und dadurch auf dem Weltmarkt. 
Auch auf der Nürnberger Messe waren sie seit deren Bestehen dabei. 
Die ersten ausländischen Einkäufer kamen 1920 
aus den Niederlanden, weiter ging es mit Italien, 
England und der Schweiz.
 "Heute" war der weitaus größte Teil der Produktion für den Export bestimmt:
"Außer nach dem Westen unseres Vaterlandes,
 der Bundesrepublik, gehen die Waren nach Belgien, den Niederlanden,
 Dänemark, Italien und der Schweiz." 
 


Dass die Firma ein kapitalistisches Unternehmen 
in einem nun sozialistischen Staat ist, wird außer im im letzten Satz nicht erwähnt:
"...da Betriebsinhaber, Betriebsleiter und Belegschaft bemüht bleiben werden, 
als Exportfirma den guten Ruf unseres jungen sozialistischen Staates
 durch die Güte ihrer Erzeugnisse weiterhin festigen zu helfen
 (...) Ist doch kaum eine andere Ausfuhrware so geeignet
 wie das Spielzeug, Bote häuslichen Glückes
 und Mahner zum Frieden zu sein!"


Werbung für Puppenhäuser
im westdeutschen Branchenmagazin "Das Spielzeug":

 
Puppenküche 1957
 
 
 
Puppenstube 1957




A Fifties Miniature Toy Shop by diepuppenstubensammlerin (March 2013)

  - mehr Fotos vom Spielwarenladen - more photos of the toy shop









C. Moritz Reichels Katalogfoto ist von Anfang der 60er Jahre 
und zeigt einen durch Vorhang abgetrennten Raum als Badezimmer. 
Ich denke, das Bad sollte aber im Schlafzimmer sein und nicht im Wohnzimmer! 
Die Gestalter der Werksfotos machten sich wohl nicht so viel Gedanken 
wie die Gestalter der Puppenstuben.
C. Moritz Reichel's catalog photo is from the early 60s 
and shows a room separated by curtain as a bathroom.
I think the bathroom should be in the bedroom though, not the living room! 
 

Sammlung Bruchsal


 

 

Stube mit Hübsch-Möbeln - 1960s roombox 

 

Eine Puppenstube aus den 1960ern von C. Moritz Reichel.

Woran erkennt man denn Reichel-Stuben? 
Wie immer am ehesten am Bodenbelag und an den Fenstern. 
Die Stube habe ich mit zeitgenössischen Paul-Hübsch-Möbeln ausgestattet,
 die ich zum Teil aus den noch vorhandenen Möbelkartons herausnahm.

Roombox made by C. Moritz Reichel. 
Rebecca translated a chronology of Reichel roomboxes,
 dolls houses and toy shops here
All interior shown in this post was made by Paul Hübsch at about the same time.


 
Eine Stube aus den 1960ern

Die Tapeten und die Böden schlagen die Wohn-Schlafzimmer-Kombination vor.

 
aus meiner Sammlung
 
 
 
 
aus meiner Sammlung
 
 
 
Hermann Rülke Schlafzimmer -
 die blauen Schubladen und der Bettüberwurf passen zum Fußboden.
Hermann Rülke bedroom -
 the blue drawers and the bedspread match the floor.
 
 
 Kleine Raumwunder : Puppenhäuser von C. Moritz Reichel.
Von Swantje Köhler
Puppen und Spielzeug 1999, Heft 3, S. 40-41
In diesem Artikel erinnert Swantje Köhler 
an die "zu Unrecht in Vergessenheit" 
geratenen Puppenhäuser der Firma.
Sie weist darauf hin, dass die Erzeugnisse oft mit
Gottschalk-Puppenhäusern verwechselt wurden,
weil sie sich sehr ähneln.
Der besondere Clou einiger Vorkriegspuppenhäuser:
sie ließen sich platzsparend zusammenklappen. 
Reichel stellte keine Puppenmöbel her,
auf Wunsch wurden aber Puppenmöbel
von Ullrich & Hoffmann geliefert.
Das "traurige Ende" in der Planwirtschaft
der DDR kennen wir von vielen anderen
Puppenhausherstellern.
 
Anmerkung von mir:
Auf Katalogblättern von Reichel von 1961
sind die Puppenstuben immer noch 
mit Ullrich & Hoffmann (Wichtelmarke) - Möbeln
dekoriert. 


Der Blogbeitrag ist von mir stark gekürzt worden, im März 2024, 
da Google Fotos viele meiner über zehn Jahre alten Fotos
 als nicht gesichert eingestuft hatte und sie deshalb nicht mehr anzeigte.
 Alle Fotos sind jedoch noch hier:
 
by diepuppenstubensammlerin with Rebecca Green (March 2015)
 
- zuletzt aktualisiert 7.5.2026 
 
   Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Schlafzimmer - Wichtelmarke - Bedrooms




Schlafzimmer wohl aus den Fünfzigern.
Bedroom of the fifties, I guess.
 


 

 




Wie vielversprechend für meine Herstellerforschung:
Puppenmöbel im Originalkarton und freundlicherweise hat der Hersteller 
sein Logo an der Seite hinterlassen,
 denn aufgedruckt ist der Name auf dem Karton leider nirgendwo.
Ein schön illustrierter Karton, der schon fast ein kleiner Herstellerkatalog ist 
- denn die Zeichnungen sind akkurat und wurden nicht künstlerisch verfremdet.

How promising for my research:
 dolls furniture in its original sale box and the kind firm 
marked it with a sticker of its brand. 
A great help because on the box are only drawings and no name.
A wonderfully illustrated box lid, almost a small firm catalogue
because the drawings are very exact.

Ullrich und Hoffmann: Wichtelmarke
(Wichtel = gnome)



Ein sehr einfaches Schlafzimmer, 
es ist eine preiswerte Version wohl von Mitte/Ende der 50er,
 denn die Türen in der Frisierkommode sind aus einfachem Plastik.
 Die Schranktüren haben keine Griffe.
Auf dem Bett liegt ein Papierstück, das aussieht wie ein Stück Puppenstubentapete
 und als Bettunterlage nahm man einfach die Pappe, 
aus der man auch den Karton gefertigt hatte.
A very simple bedroom, yes, 
a less expensive set of the middle/end of the 50s. 
The doors of the dressing table are made of plastic 
and the doors in both cabinets have no knobs.
The bed is decorated with a piece of (wall?) paper 
and as a mattress serves a piece of cardboard -
 the same printed cardboard they took for the box.



Der Karton muss lange Zeit offen gelegen haben, 
denn die Möbelumrisse sind klar zu erkennen.
Und dadurch sehen wir deutlich, 
dass auch mal kleine Nachtschränke zum Möbelset gehörten.
 The box must have laid open for a long time 
because the outlines of the pieces are clearly visible.
The outlines prove clearly that sth is missing:
 the night stands I presume.




Ein weiteres Schlafzimmer aus dieser Zeit.
 Ich denke, es ist ein Vorgänger, 
denn hier wurde kein Plastik eingesetzt 
und das Design ist nicht so gradlinig. 
Die Möbel haben alle Griffe.
Damit gar kein Zweifel besteht,
 dass dieses Schlafzimmer von demselben Hersteller kommt, 
finden wir wieder das Stück aus dem Möbelkarton als Bettunterlage. Danke.
Another bedroom from that period.
I think the predecessor because there is no plastic
 and the design is more curved. 
The doors and the drawer have knobs.
And to leave no doubt that the two rooms are of one firm
there is the same mattress in the bed.
Thank you.




Manchmal öffnet man eine Tür und wird daran erinnert, 
dass man altes Kinderspielzeug sammelt und keine alten Firmen.
Zu niedlich, ich habe alles genauso drin gelassen.
Sometimes you open a door 
and you are reminded that you collect toys and not firms after all ... 
I left everything exactly where it was.


Ein späteres Schlafzimmer, 
das schon ganz die Formensprache der 50er verkörpert, 
doch die Griffe sind geblieben.
A later bedroom has the same knobs but the design of the fifties.

Sammlung Bruchsal




1958 ein Wichtelmarke Schlafzimmer in einer Lipfert-Stube




 
 1960
 Wichtelmarke Schlafzimmer links Mitte
 
 
 

Um 1960
 - welche Stilelemente sind noch typisch Fünfziger 
und welche gehören schon zum moderneren Wohnstil?
About 1960 -
which design features are still fiftyish and which are new?

aus meiner Sammlung

Auch ohne den Karton gesehen zu haben, 
weisen die geschwungenen Formen des Bettes eher in die Vergangenheit.
 Ein weiteres Merkmal ist die Form des Schlafzimmerschranks:
er steht noch auf zierlichen Füßen.
The swinging forms of the bed 
and the slanted feet of the cupboards are surely a fifties heritage. 



Der Kontrast von schwarzem Lack zur weißen Holzlasur
 gehört natürlich auch in die Fünfziger.
Just as the contrasting colour black to the white back of the bed.


So leicht wird der Nachttisch in die Bettrückwand geschoben.
That ist how the small locker is connected to the bed.



Sehen wir uns doch mal ein paar Schlafzimmer aus den Fünfziger Jahren der DDR an, 
um den Unterschied besser zu sehen:
Let us look at some fifties bedroom made in East Germany during the 50s.



Bild 1:
Die Deutschen Werkstätten Hellerau (VEB) bauen dies Schlafzimmer
in mattiertem Kirschbaum nach einem Entwurf des Architektenkollektivs Jahn.
Bild 2:
Einen sehr schwungvollen Entwurf von Walter Wittig,
Entwicklungsstelle Triebes, verwirklichte der VEB Qualitätsmöbelwerke Triebes.
Der besondere Vorteil ist, dass man die Betten auch einzeln anordnen kann.
Das Schlafzimmer wird in anpoliertem Sapeli-Mahagoni hergestellt.

Bild 3 und 4: 
Bei diesema Doppelbett in schattiert gebeizter Birke wurden
 die Nachtschränkchen an den Kopfteilen befestigt.
Besonders reizvoll wirkt der runde Spiegel mit schwenkbaren Seitenteilen auf der Frisierkommode.
Der dazugehörige Schrank hat Rahmentüren mit stoffhinterspannten Glasfüllungen.
Entwurf: Entwicklungsstelle Zeulenroda, Architektenkollektiv Ernst, Schulze, Gebert.
Das Modell wurde speziell für den Export entwickelt.



Bild 1 und 2:
Bei diesem formschönen Schlafzimmer in Ahorn und Macoré, poliert,
wurde die Plastikfolie polstermäßig verabeitet.
Das Grün der Folie harmoniert gut mit den Holztönen.
Das zweite Bild zeigt den geräumigen Ankleideschrank.
Enwurf: Entwurfsbüro Zeulenroda.


Alle Schlafzimmer stammen aus "Kultur im Heim" Jg. 1957
der maßgebenden Wohnzeitschrift der DDR aus dieser Zeit.
Keines ist besonders wagemutig in der Formensprache, 
d.h. so viele beschwingte Linien und Kontraste findet man nicht, 
eins davon könnte auch glatt noch aus den 30er Jahren sein. 




Schlafzimmer oben links


Sammlung Alexandra










Dagmars Sammlung


Schlafzimmer von Wichtelmarke aus den 60ern - Mitte bis Ende -
mit den typischen geschwungenen Schrankgriffen.
 Die Griffe gab es in zwei Varianten.
Look at another bedroom made by Wichtelmarke in the sixties.









1967 stehen sich im DDR-Konsument-Versandhaus-Katalog beide Formen gegenüber:
links Modell Annett, modern mit einfachen klaren Linien,
 gerade Möbelbeine, ein Kleiderschrank auf schmalem Sockel.
Rechts ein Modell, das auch in die Fünfziger Jahre gepasst hätte.
Wofür mögen sich wohl die Käuferinnen und Käufer am liebsten entschieden haben?

Bedrooms of 1967
 - straight lines and legs on the left, slanted lines and legs on the right.
What style did the buyers prefer I wonder?



Achten Sie darauf,
daß Ihre Wohnung so gepflegt ist wie Ihre Frisur,
der man nicht anmerken darf,
daß Sie vom Friseur kommen.
THADDÄUS TROLL



- Der Blogbeitrag ist von mir stark gekürzt worden, im März 2024, 
da Google Fotos viele meiner über zehn Jahre alten Fotos
 als nicht gesichert eingestuft hatte und sie deshalb nicht mehr anzeigte. -
 
Viele Fotos sind jedoch noch hier:
 
Dolls House Furniture of Ullrich and Hoffmann (Wichtelmarke), 1951-1970 by diepuppenstubensammlerin with Rebecca Green (December 2014)
 
  Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.