Sonntag, 7. September 2025

Selbstbedienung - 1960 VEB Seiffener Spielwaren - Self service

 
 
Self Service
 
siehe auch:



Sehr lange haben wir gerätselt, was in der runden Aussparung
wohl mal zu sehen war.
 For a very long time, we puzzled over what was once to be seen
in the round opening on the right. 
 


Im Katalog von 1960 sehen wir einen
hängenden kleinem Blumentopf, 
aus dem große Blätter nach unten reichen.
Bestellnummer -/566 und handschriftlich "neu" für 13,20.
 In the 1960 catalogue we see a
hanging small flower pot with large leaves reaching downwards.
 
 

 
 Ich fand, dass hier gut eine Werbung passen würde.
Vielleicht aber eine etwas größere Figur...
Der Laden ist mit älteren Ari-Gummipuppen bestückt.
  I thought an advert would fit well here.
But perhaps a slightly larger figure...
The shop is decorated with older Ari rubber dolls.
 
 
 
 
Ich habe zwar versucht, nur DDR-Produkte auszuwählen,
aber im nächsten Foto ist eine Bahlsen-Plätzchenpackung zu sehen,
das ist natürlich nicht korrekt.
I have tried to select only DDR products for the shelves,
but in the next photo you can see a Bahlsen biscuit packet,
which is of course not correct. 
 
Lustig ist, dass in einem ähnlichen Laden aus diesem Katalog
ganz groß der Schriftzug "Cinzano" angebracht ist, 
statt "Selbstbedienung".
Ein anderer Laden zeigt "Ganeta" -
einen spanischen Weißwein - als prominenten Schriftzug.
Für den Export der Spielläden? 
Oder sollte es die Weltoffenheit zeigen?
Dass Alkoholmarken im Kinderzimmer 
zur damaligen Zeit überhaupt kein Problem waren,
in keinem Land,
habe ich ja schon öfter angemerkt.
 
 
 
 
 It's funny that in a similar shop from this catalogue
 ‘Cinzano’ is displayed in large letters,
instead of ‘self-service’.
Another shop displays ‘Ganeta’ - 
a Spanish white wine - as prominent lettering.
For the export of toy shops?
Or was it to show cosmopolitanism?
The fact that alcohol brands in children's rooms
were not a problem at all at that time,
in any country,
I've already mentioned several times. 
 
 
 
Auch die Kasse ist aus Holz.
 The cash register is also made of wood.
 
 Werbeplakate aus der DDR


 
    Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

Sonntag, 31. August 2025

Pappmöbel - Karl Schreiter - Korbi - Cardboard furniture

 English version - translated by Zoe: 

Dolls' Houses
Past & Present

A website and ezine about dolls' houses: antique, vintage and modern.
Plus furniture and accessories. 
Issue 48 (June 2025)
Cardboard Furniture - Karl Schreiter - Korbi

 

 
Die Marke Korbi ist bekannt für Möbel aus Pappe. 
Seit den Zwanziger Jahren stellte die Firma Karl Schreiter, 
Buchholz in Sachsen, im Erzgebirge, Möbel aus Pappe her, 
die von der Struktur her Korbmöbeln ähnelten.
 Das Angebot umfasste nicht nur Korbmöbel für Wintergarten und Terrasse, 
es gab auch Strandkörbe, Schaukelstühle, Blumenständer, 
Blumengitter, Gartenlauben, Wiegen und Puppenwagen, sowie Puppenschaukeln.

 

 

 

 Sammlung Katharina

Diese Zwanziger-Jahre-Stuben aus der Sammlung Katharina sind vorwiegend mit  
Pappmöbeln der Fa. Schreiter eingerichtet.
Das wurde wegen der niedrigeren Kosten für diese Möbel
wohl häufig gemacht.
Auch in vielen Gottschalk-Stuben waren die Pappmöbel anzutreffen,
so dass sie manchmal als Gottschalk-Erzeugnisse eingestuft wurden.
Sammlung Katharina
 
 

 
 
 
 
 
 Terrasse eines Gottschalkhauses.
Die Möbel sind in einem kleinem Maßstab.
 
 
 

 
Dieselben Möbel im größeren Maßstab und braun gestrichen.
 


 
 
 
1930

 
 

 Vitrine aus der Sammlung Anna Setz.
Oben rechts sind Schreiter-Möbel.

 

  

 Nachkriegszeit:
Strandkorb aus gepresster Pappe - 
vermutlich Korbi.
Genaus wie die Balkonkästen mit dem typischen Muster der Rankhilfe.

 

 

Gastbeitrag: "Im Puppenland" - Guest article: "In the dolls' world"  

 

 

 Noch eine andere Version des Strandkorbs aus gepresster Pappe.
Der originale Schreiter-Strandkorb hatte zwei kleine Löcher
rechts und links oben.
 


 
 
links: Karl Schreiter (KORBI), gepresste Pappe 
 
 
 
 
um 1952
 

 
 1954 VH Großhandelskatalog
 
 



 Wiege
 
 
 
 
Schon 1949 sind die Rankhilfen auf einem Messefoto zu sehen.
The climbing aids can be seen in a trade fair photo as early as 1949. 
 


 Wohl ebenfalls von Korbi.

 

 
 Puppenzelt mit Zubehör von "Korbi", d.h.
Karl Schreiter, Annaberg-Buchholz 2 (Erzgebirge),
  - sogar Luftmatrazen gehören zur Originalausstattung.
A tent with many accessories and the original box .
 
 

 
 
DDR - GDR (East Germany) 60s


 
"Korbi"
Der linke Wagen ist aus Holz mit Stoffverdeck,
der rechte aus Plastik.
The left car is made of wood with a fabric top,
the right one is made of plastic.
 
 


Geschichte - History

 1905 gründete Karl Schreiter in Buchholz/Sachsen eine Gravieranstalt.
1923 erste Modelle von Puppenmöbeln aus gepresster Pappe patentiert.
"Korbflechtimitation für Kinderspielzeug" 
1925 stirbt Karl Schreiter und seine Frau Lucie Hermine übernimmt
mit 8 Kindern den Betrieb.
Weitere Patente für:
"Phantasiebemusterte Puppenstuben-Ausstattungsstücke" 1931
"Spielzeugmöbelstücke in Klubmöbelimitation"
1932 Anzeige für KORBI Spielwaren KLUBI mit Sitzgarnituren
Beide Begriffe sind als Warenzeichen registriert.
Gartenlauben, Terrassenmöbel, die geflochtene Korbmöbel imitieren,
 ebenso Kinderwagen, Strandkörbe, Blumenständer, 
auch Schränke, Schreibtische, Wäschekörbe, Schaukelstuhl
 
 
 
1972 Verstaatlichung, nun Teil des "VEB Puppenwagen"

( Ciesliks Puppenmagazin 2002, Heft 2,  S. 38)


 
 
  Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
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Samstag, 23. August 2025

1950er Puppenstube mit Crailsheimer-Möbeln - 1950s room box with Crailsheimer furniture


Die Stube ist  vermutlich von Elfriede Lipfert und aus den Fünfziger Jahren.
The room box is presumably made by Elfride Lipfert - Elka - in the Fifites.


 
Eingerichtet ist sie mit zwei Wohnzimmersets von Crailsheimer.
Das Modell auf der rechten Seite ist von 1954.
 It is furnished with two living room sets from Crailsheimer.
The model on the right is from 1954.
 

1954
 
sehen wir einen ähnlichen Schrank und den Tisch mit anderen Sitzmöbeln.
Zu meinem Set gehört eine Uhr - 
zu beiden der obligatorische Gummibaum.
Beim Vergleich mit späteren Wohnzimmersets fällt auf,
es ist zwar eine Stehlampe für die Lektüre und Handarbeit vorhanden,
aber es fehlt ein Radio.
Sogar Musikschränke gibt es bei Wichtelmarke zum Beispiel schon zu dieser Zeit.
 Das Crailsheimer-Radio kommt später genauso wie die Uhr
in fast jedes Wohnzimmer und in viele Küchen. 
Fernseher wird es aber erst in den Sechzigern mit den Plastikmöbeln geben.
1954
we see a similar cabinet and table but with different seat furniture.
My set includes a clock -
the obligatory rubber tree for both.
A comparison with later living room sets reveals that
there is a floor lamp for reading and needlework,
but there is no radio.
Even music cabinets were already available from Wichtelmarke at this time, for example.
 The Crailsheimer radio, just like the clock,
 later found its way into almost every living room and many kitchens.
Televisions, however, would not be available until the sixties with the plastic furniture.
 


1954 sehen wir die stylischen Sessel aber 
in einem anderen Werbefoto.
 In 1954, however, we see the stylish armchairs
in another advertising photo.
 

 
So sah das Konvolut aus, das ich erwarb.
Das Schlafzimmer ist auch von Crailsheimer.
 This is what the set I bought looked like.
The bedroom is also from Crailsheimer.
 

 

 Crailheimer hatte in den Fünfzigern auch keine Lampen im Programm.
Hier eine Stehlampe von 1954 von Albert Richter,
ehemals Max Hahn aus Sachsen,
der nach der Teilung Deutschlands in den Westen geflüchtet war.
 
 Crailheimer didn't have any lamps in its programme in the fifties either.
Here is a floor lamp from 1954 by Albert Richter,
formerly Max Hahn from Saxony,
who fled to the West after the division of Germany.

 

Der "Kachel"-Couchtisch aus Holz.
 

 
Der Ofen von Süß konnte beleuchtet werden. 
This stove could also be illuminated.

 
 


 
Die Fünfziger sind 1957 bei Crailsheimer schon wesentlich pfiffiger geworden.
Auf hohen Tisch- und Sesselbeinen bringen sie Leichtigkeit ins Wohnen.
Die Farben sind bunt und drei Sessel kommen nun natürlich in drei verschiedenen Farben.
 By 1957, the fifties had already become more stylish.
On high table and armchair legs, they bring lightness to the home.
The colours are bright and three armchairs now come in three different colours, of course.
 

 1954 Hans Stolper, Wir richten unsere Wohnung ein. München, Callwey
 
 
 Noch immer kein Fernseher, 
Crailsheimer nimmt sie nicht in das Programm auf.
Dieses Radio ist von Fiedler und Podey,
von 1951,
ein genauer Nachbau des Modells "Operette" der Firma Telefunken.
  Still no television, Crailsheimer does not include them
 in the programme during that decade.

 
 
 
 This radio is by Fiedler and Podey,
from 1951,
an exact replica of the Telefunken "Operette" model.
 

 
In der Vitrine stehen Andenken an die Urlaube,
die einige sich nun schon leisten können.
 
The display case contains souvenirs of the holidays,
which some people can now afford.
 
 

Alkohol wird gerne getrunken, 
das modische Haustier ist der schwarze Pudel.
 Auch diese außergewöhnliche Stehlampe ist von Richter, aus dem Jahre 1959.
 
People like to drink alcohol at that time,
the fashionable pet is the black poodle.
 This unusual floor lamp was also made by Richter, in 1959.
 

 



Und jetzt bringen wir noch ein Puppenpaar aus dieser Zeit ins Bild.
 And now we bring a pair of dolls from this period into the picture.




 
1957
Beide Wohnzimmer, von 1954 und 1957,
sind wesentlich moderner im Design als zum Beispiel das Angebot
aus den Neckermann- oder Quelleversandhauskatalogen in diesen Jahren.
Dort zeigten die Fotos noch Ende des Jahrzehnts schwere und dunkle Wohnzimmermöbel,
die an die Vorkriegszeit erinnerten.
Warum lebten die Puppen so viel moderner?


 
Both living rooms, from 1954 and 1957,
are much more modern in design than, for example,
the range from the Neckermann or Quelle mail order catalogues in those years.
At the end of the decade, the photos there still showed heavy and dark living room furniture,
reminiscent of the pre-war period.

Why did the dolls live so much more modern lives?
 

    Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Fotos aus meiner Sammlung
diePuppenstubensammlerin
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